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Gerd Ruge

Russland

München: C. H. Beck 2008 (Die Deutschen und ihre Nachbarn); 207 S.; geb., 18,- €; ISBN 978-3-406-57850-2
Die Russlandbilder sind oftmals geprägt durch Klischees: Wodka, Mafia und superreiche Oligarchen. Insgesamt scheint das Wissen über die russische Geschichte und Gesellschaft hierzulande eher gering zu sein. Der Journalist Ruge schildert die Entwicklung Russlands von den Anfängen des Kiewer Rus bis zur heutigen Herrschaft von Dimitri Medwedew und Wladimir Putin. Er erklärt, wie Land und Leute unten den Zaren und dem Sowjetstern geprägt wurden. Mit diesen Erkenntnissen erläutert Ruge auch die Hintergründe und Tendenzen der aktuellen russischen Politik. Der Journalist hat kein wissenschaftliches Buch geschrieben, sondern ein gutes Sachbuch für jeden, der sich näher mit Russland und seiner politischen Kultur beschäftigen möchte. Die Zukunft Russlands beurteilt er eher nüchtern: „Das kurze Jahrzehnt von Perestrojka und Umbruch hat auch gezeigt, dass jahrhundertealte Traditionen von Autokratie und Diktatur sich im Empfinden eines Volkes nicht durch einen plötzlichen Umbruch zum demokratischen Rechts- und Sozialstaat ersetzen lassen.“ (196) Russland habe seine zukünftige Gestalt noch nicht gefunden.
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.62 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Gerd Ruge: Russland München: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29900-russland_35423, veröffentlicht am 26.02.2009. Buch-Nr.: 35423 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken