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Martina Vogel

Regierungskommunikation im 21. Jahrhundert. Ein Vergleich zwischen Großbritannien, Deutschland und der Schweiz

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010; 212 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-5116-0
Diss. Zürich; Gutachter: O. Jarren, H. Bonfadelli. – Die Autorin fragt nach den strukturellen Veränderungen von Regierungskommunikation und welche Begründungen die beteiligten Akteure dafür liefern. Dazu konzipiert sie ein Design, das sie explizit nicht als „most different systems design“ versteht, sondern als „bewusste Auswahl unterschiedlicher Fälle“ (174). Ziel ist es, Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen zu Regierungskommunikation zusammenzufügen sowie Lücken auf der Organisationsebene zu schließen. Dazu bedient sich Vogel des Modells der Kernexekutive, das sie in einen neo-institutionalistischen Theorieansatz einbettet. Zudem stellt auch sie, genau wie Baumgartner (siehe ZPol-Nr. 38271), die demokratietheoretische Frage nach der Legitimität von Regierungskommunikation; im Sinne von Organisationslegitimität. Regierungskommunikation definiert die Autorin „als jede Kommunikation, d. h. interne sowie externe, die von der zuständigen Stelle für Kommunikation innerhalb der Kernexekutive ausgeht“ (61). Strukturelle Veränderungen versteht sie als Reaktion auf Veränderungen der institutionellen Umwelt. So lautet die forschungsleitende These, dass Strukturen der Regierungskommunikation vom politischen Kontext des jeweiligen Landes geprägt sind. Deshalb sollten in Großbritannien mehr Veränderungen zu finden sein als in Deutschland und in Deutschland mehr als in der Schweiz. Durch Dokumentanalysen und sechs Experteninterviews kann Vogel dies im Hinblick auf veränderte Regeln, Ressourcen und den Output der relevanten Behörden der drei Länder bestätigen. Zudem „konnte gezeigt werden, dass Medialisierungsprozesse in der Umwelt von Regierungsorganisationen relevant sind und die Strukturen der Regierungskommunikation maßgeblich beeinflussen und prägen“ (175). Damit stellt Vogels Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung der Medialisierungsdiskussion in Politik- und Kommunikationswissenschaft dar.
Isabelle Borucki (ISA)
Dr., Politikwissenschaftlerin (Soziologin, Philosophin), wiss. Mitarbeiterin SFB 600 Fremdheit und Armut, Institut für Politikwissenschaft, Universität Trier.
Rubrizierung: 2.21 | 2.5 | 2.61 | 2.333 | 2.321 Empfohlene Zitierweise: Isabelle Borucki, Rezension zu: Martina Vogel: Regierungskommunikation im 21. Jahrhundert. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32352-regierungskommunikation-im-21-jahrhundert_38600, veröffentlicht am 09.06.2010. Buch-Nr.: 38600 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken