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Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.)

Philosophie im Nationalsozialismus

Hamburg: Felix Meiner Verlag 2009; 344 S.; kart., 24,90 €; ISBN 978-3-7873-1937-4
„(D)ie Einsicht, dass das Philosophieren nach 1933 nicht alternativlos war“ (24), will Sandkühlers Sammelband vermitteln – und schafft dies auch. Nach einführenden und grundlegenden Themenaspekten wie einer Betrachtung von Universität und Wissenschaft unter der NS-Diktatur wird den philosophischen Alternativkonzepten Beachtung geschenkt: dem Neukantianismus, Hannah Arendt, Karl Jaspers, dem Wiener Kreis, insbesondere Otto Neurath und Rudolf Carnarp. Außerdem werden nationalsozialistische Verstrickungen einzelner Philosophen aufgezeigt, z. B. jene Heideggers, Beckers und Rothackers. Damit vermitteln die Autoren ein Bewusstsein sowohl für Kontinuitäten als auch für Diskontinuitäten des Philosophierens und weisen ebenso auf die NS-Anteile so mancher Gegenwartsphilosophie hin. Sie versuchen sich erfolgreich an einer kritischen Geschichte der Philosophie im Nationalsozialismus, statt weiter am Mythos einer angeblichen kohärenten Philosophie des Nationalsozialismus zu bauen. Diese „Rekonstruktion von Philosophien in ihrer Geschichte“ (24) ist somit auch für Politologen eine wertvolle Lektüre.
Tamara Ehs (TE)
Dr. phil., Politikwissenschaftlerin am IWK Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg (http://homepage.univie.ac.at/tamara.ehs/)
Rubrizierung: 5.46 | 5.42 | 2.312 Empfohlene Zitierweise: Tamara Ehs, Rezension zu: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Philosophie im Nationalsozialismus Hamburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31742-philosophie-im-nationalsozialismus_37826, veröffentlicht am 28.01.2010. Buch-Nr.: 37826 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken