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Ulrich von Alemann / Stefan Marschall (Hrsg.)

Parteien in der Mediendemokratie

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002; 444 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-531-13704-2
Der Bundestagswahlkampf des Jahres 2002 hat der Frage, ob sich die Bundesrepublik auf dem Weg in die "Mediendemokratie" befindet, neue Nahrung gegeben: professionelle Wahlkampagnen online und offline, Fernsehduelle mit medialer Rundumaufbereitung und die Personalisierung sogar bei Bündnis90/Die Grünen scheinen einen Trend in diese Richtung zu belegen. Der Sammelband deckt ein breites Spektrum von Fragen ab, die im Zusammenhang mit dem Wandel der politischen Kommunikation zu stellen sind. Im Zentrum stehen dabei Veränderungen innerhalb der Parteien sowie in ihrer Selbstdarstellung nach außen. Im Hinblick auf das Ausmaß des bisher erfolgten Wandels und dessen Bewertung kommen die Autoren der Beiträge zu unterschiedlichen Einschätzungen und Beurteilungen. Einleitend analysieren die Herausgeber, welche Phänomene unter dem Begriff der "Mediendemokratie" zusammengefasst werden und welche Rückwirkungen diese auf die Parteien haben. Im Ergebnis stellen sie zwar eine Tendenz zur "Medialisierung von Politik" fest, denn "Parteien bewegen sich bei der Politikgestaltung in den Strukturen einer 'Mediengesellschaft'" (36). Medien und Politik bleiben aber "komplementär, nicht substituierend" (35). Inhalt: Einleitung: Ulrich von Alemann / Stefan Marschall: Parteien in der Mediendemokratie - Medien in der Parteiendemokratie (15-41). Parteien und Massenmedien: Christina Holtz-Bacha: Parteien und Massenmedien im Wahlkampf (42-56); Frank Brettschneider: Wahlen in der Mediengesellschaft. Der Einfluss der Massenmedien auf die Parteipräferenz (57-80); Frank Marcinkowski / Jörg-Uwe Nieland: Medialisierung im politischen Mehrebenensystem. Eine Spurensuche im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf (81-115); Jens Tenscher: Partei- und Fraktionssprecher. Annäherung an Zentralakteure medienorientierter Parteienkommunikation (116-146); Marion G. Müller: Parteitage in der Mediendemokratie (147-172). Parteien und Internet: Claus Leggewie: Netzwerkparteien? Parteien in der digitalen Öffentlichkeit (173-188); Winand Gellner / Gerd Strohmeier: Parteien in Internet-Wahlkämpfen (189-209); Christoph Bieber: Vom Medien- zum Multimediapolitiker? Alte und Neue Medien als Resonanzboden für politische Karrieren (210-231); Eike Hebecker: Digitale Delegierte? Funktionen und Inszenierungsstrategien virtueller Parteitage (232-255). Auslandserfahrungen: Ludger Helms: Parteien, Medien und der Wandel politischer Kommunikation in Italien (256-277); Uwe Jun: Politische Parteien und Kommunikation in Großbritannien - Labour Party und Konservative als professionalisierte Medienkommunikationsparteien? (278-309); Christoph Strünck: Where is the party? US-amerikanische Parteien im Strudel der politischen Kommunikation (310-327); Andrea Römmele: Konvergenzen durch professionalisierte Wahlkampfkommunikation? Parteien auf dem Prüfstand (328-346). Perspektiven und Trends: Ulrich Sarcinelli: Vom Traditionsverein zur Event-Agentur? Anmerkungen zur jugendrelevanten Modernisierung der Parteien in der Mediengesellschaft (347-363); Elmar Wiesendahl: Parteienkommunikation parochial. Hindernisse beim Übergang in das Online-Parteienzeitalter (364-389); Torben Lütjen / Franz Walter: Medienkarrieren in der Spaßgesellschaft? Guido Westerwelle und Jürgen W. Möllemann (390-419); Jürgen W. Falter: Politik als Inszenierung. Ein Essay über die Problematik der Mediendemokratie in 24 Punkten (420-430).
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.331 | 2.332 | 2.333 | 2.325 | 2.61 | 2.22 | 2.64 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Ulrich von Alemann / Stefan Marschall (Hrsg.): Parteien in der Mediendemokratie Wiesbaden: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/14596-parteien-in-der-mediendemokratie_19690, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19690 Rezension drucken