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Volker Perthes

Orientalische Promenaden. Der Nahe und Mittlere Osten im Umbruch

Berlin: Siedler Verlag 2006; 400 S.; Ln., 24,95 €; ISBN 3-88680-820-3
Immer wieder bestimmt Geschichte die Politik und die Gesellschaften im Nahen und Mittleren Osten. Sie strukturiert die politische Gegenwart und die aktuellen Konflikte. Der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin Perthes beschreibt „die ganze Vielfalt, die sprachlich, kulturelle und konfessionelle Pluralität des nah- und mittelöstlichen Mosaiks“ (8). Er lässt Menschen aus Ägypten, Israel und Palästina, Saudi-Arabien, Kurdistan und Iran zu Wort kommen, die aus verschiedensten sozialen Schichten stammen, unterschiedlichen Religionen angehören und sich auch in ihren politischen Überzeugungen stark unterscheiden. So zeichnet Perthes in seinem belletristischen Sachbuch ein Bild von Widersprüchen und Gegensätzen, aber auch Parallelen, die die gesamte Region prägen. Dabei nimmt er etwa das Verhältnis zwischen den Religionen, aber auch intrareligiöse Gegensätze (z. B. im Islam) in den Blick. Er analysiert den Einfluss amerikanischer und europäischer Akteure und ihr Drängen auf Demokratisierung und zeigt, dass das, was hierzulande oder im „Westen“ unter Demokratie verstanden wird, nicht zwangsläufig das ist, was man beispielsweise im Iran darunter versteht. Perthes widmet sich ebenfalls den tieferen Konfliktstrukturen in der gesamten Region, dabei insbesondere den Identitätskonflikten und -problemen.
Christiane J. Fröhlich (CJF)
Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
Rubrizierung: 2.63 | 2.2 Empfohlene Zitierweise: Christiane J. Fröhlich, Rezension zu: Volker Perthes: Orientalische Promenaden. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/25584-orientalische-promenaden_29678, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29678 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken