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Mark Galeotti: Die kürzeste Geschichte Russlands

18.01.2023
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Autorenprofil
Dipl.-Jur. Tanja Thomsen, M.A.
Berlin, Ullstein Taschenbuch Verlag 2022

Ob Kiewer Rus, das Zarenreich der Romanows, Lenins kommunistische Revolution, Stalins Terror, der Raubtierkapitalismus der 1990er-Jahre oder die post-sowjetische Autokratie Putins: Mark Galeotti gibt in diesem Buch eine Übersicht über die wichtigsten Eckpunkte der russischen Geschichte und liefert pointierte Einblicke in die Entwicklungslinien staatlicher (Selbst-)Erzählungen in Russland. (tt)


Eine Rezension von Tanja Thomsen

Mark Galeotti, Senior Non-Resident Fellow am Institute of International Relations Prague (IIR), skizziert als Historiker und Experte für russische Sicherheitspolitik in knapper Abfolge die Geschichte Russlands, um unterschiedliche Entwicklungslinien erkennbar zu machen. Hierzu wählt er in seinen Kapiteln eine explizit extrahierende Herangehensweise an die komplexe Vergangenheit des Landes, indem er eigene Ausführungen mit der Exegese eines Denkmals, Kunst- oder Bauwerks von nationaler Bedeutung für Russland beginnt, um daran die eigenen Thesen für das hierin zum Ausdruck kommende patriotische Selbstverständnis zu veranschaulichen. Im Anschluss werden die Leser*innen mit weiterführenden Fachliteraturhinweisen zum Eigenstudium eingeladen. Dabei legt das Buch den Fokus darauf, wie sich die nationalen Mythen, Selbsterzählungen und Glaubenssätze Russlands festigten und wann sie gezielt für europäische und russische Innen- und Außenpolitik geformt wurden. Dies ist von besonderer Bedeutung, da eben jene Geschichte aktuell als Waffe instrumentalisiert wird, um Russlands revisionistische Ansprüche zu rechtfertigen. Die Gedanken Galeottis lassen sich zu Thesen zusammenfassen, von denen hier einige exemplarisch vorgestellt werden sollen.

Die Kiewer Rus als Basis: Viele Grundannahmen der Russinnen und Russen über die Welt und ihren Platz darin könnten, so Galeotti, in Teilen bis in die Zeiten des Kiewer Fürsten Rjuriks und seiner Nachfolgerinnen und Nachfolger zurückverfolgt werden. Diese Zeit charakterisiert er als eine Phase der Schwäche und der normannischen Eroberung durch die Waräger, in der auch die fortdauernden Spannungen zwischen Zentrum und Peripherie entstanden seien (39, 40).

Die Demütigung Russlands durch äußere Mächte: Russlands lange Geschichte erzähle davon, wie es von der Goldenen Horde, dem Osmanischen Reich, Schweden, Polen-Litauen, Großbritannien, Frankreich, Japan und anderen Rivalen aufgrund der eigenen Unterlegenheit – staatlich, kulturell, militärisch, landwirtschaftlich – wiederkehrend überwältigt und gedemütigt worden sei. Dieses Narrativ bilde oft nicht die ganze Wahrheit ab (43). Galeotti sieht in dieser Verweigerung von Objektivität ein Kalkül, um historische Erzählungen zu schaffen, welche die eigene Staatsbildung, verbunden mit „zügelloser Größe und Gewalt“, rechtfertigten (ebenda). Hierbei gehe es insbesondere um die historische Konstruktion der Herrschaft der Goldenen Horde, dem „mongolischen Joch“: Mit diesem wirkmächtigen Mythos rechtfertige man die moderne politische Kultur Russlands ebenso wie das Verhältnis zu China oder die Klage, dass Russland daher nicht europäischer sei (52), weil es durch den „blutigen Sumpf der mongolischen Sklaverei“ asiatische Herrschaftsformen verinnerlicht habe. Erkenntnisse heutiger Geschichtswissenschaft über die damaligen Macht- und Verwaltungsstrukturen legten eher nahe, dass es sich hierbei um einen praktikablen Mythos handele, um durch Othering fiktiv eine Neigung der Russinnen und Russen zum inneren Despotismus abzuleiten (70). Der Mythos wirke auch in Westeuropa, hier aber als Rechtfertigung für eine Distanzierung von Russland, da das Land nicht (ost)-europäisch, sondern westasiatisch sei - oder allenfalls eine verunglückte Mischung aus beidem (70,71).

Die Formbarkeit russischer Geschichte: Die Geschichte Russlands erscheine deshalb stets so täuschend gegenwärtig und stringent, weil sie mit Leidenschaft über die Jahrhunderte hindurch geformt und umgeschrieben worden sei: Als „Palimpsest-Identität“ (44) lagere die russische Identität stets neue Mythen über vorangegangene: Das täten andere Nationen gewiss auch, aber in einem fragilen Staatsgebiet von solch immenser Weite und Diversität, in dem es an gemeinsamer Identität Als Beispiel nennt Galeotti den Mythos, wonach die Rus gar nicht von den Warägern erobert worden sei, sondern die neuen Herrscher selbst einlud (45). Oder im 20. Jahrhundert die hierzu konträre Ablehnung der „Normannentheorie“, also der Annahme von der Gründung der Kiewer Rus durch aus Skandinavien eingewanderte Waräger, die für eine Weile sogar Staatsdogma in der UdSSR wurde. Und: Heute gehe man im Kreml davon aus, dass die Eroberung von Chersonesos durch den Rjurikiden Wladimir den Großen, Großfürst von Kiew, die Krim zur Wiege russischer Orthodoxie gemacht habe, obwohl gar nicht geklärt sei, welche Länder heute die Nachfolge der früheren Rus beanspruchen könnten: Ob der oben genannte geistige Ahne Russlands eigentlich Ukrainer war oder Russland ihn und die Ukraine für sich beanspruchen könnte, bilde so allenfalls einen Historikerstreit zwischen Moskau und Kiew (45, 46). Nun aber hielten Alte Geschichte und nationalisierte Mythenbildung zur Rechtfertigung eines völkerrechtswidrigen Kriegs gegen die Ukraine und ihre Bevölkerung seit 2014 her.

Die Sammlung russischer Erde – zugunsten Moskaus: Die Großfürsten Moskaus, von Iwan I. Kalita über Dimitri Donskoi zu Iwan III. (dem Großen), hätten den Machtbereich ihres Großfürstentums stets fokussiert erweitert und dabei die eigene Legitimität entlang ihrer Selbstzuschreibung als dem Sukzessor der Kiewer Rus konstruiert. Beispiele hierfür sind die Ausschaltung der „kosmopolitischen“ Rivalin Nowgorod (79), Kriege gegen Schweden und Litauen oder die Beendigung der Mär einer mongolischen Unterwerfung durch Moskau. Zudem sei mit der Eroberung Konstantinopels 1453 durch das Osmanische Reich die bisherige Legitimationsbehauptung Moskaus, nämlich das „Dritte Rom“ als Bastion der orthodoxen Christenheit zu sein, schließlich wahr geworden. Moskau berufe sich daher seit Iwan III. darauf, politischer Erbe des oströmischen Reichs zu sein (78, 79).

Die Umlagerung durch Feinde: Aus der Zeit der Wirren nach dem Ende der Rurikiden-Dynastie mit dem Tod Fjodor I. im Jahr 1598 und den Interventionen von Schweden und Polen sei nicht nur die Romanow-Dynastie hervorgegangen, sondern auch eine nationale Erzählung, wonach sich Russland als europäisches Land und zugleich als belagerte Festung inmitten von Feinden und als Beschützer des guten, reinen und wahren Glaubens sehe (108). Hieraus sei bei aller Expansion unter Peter I. oder unter Katharina der Großen das zaristische Dilemma erwachsen, wie man sich des technischen Fortschritts Westeuropas bedienen, Handel treiben und zugleich politische und gesellschaftliche Veränderungen im eigenen Land vermeiden könne (ebenda).

Der spezifisch russische Messianismus (151): Nach dem Sieg über Napoleon habe sich die russische Sichtweise auf Westeuropa im 19. Jahrhundert verändert. Das Eigene schien sich als das Beständigere bewiesen zu haben. ): Demgegenüber proklamierte die zaristische Zentralgewalt im Namen des Gemeinwohls Werte wie Orthodoxie, Selbstherrschaft und Volkstümlichkeit; es folgte die Ära der Russifizierung (ebenda) und der Dritten Abteilung, der Geheimpolizei (165). Außenpolitisch sei der Zar zur Unterstützung anderer Monarchen bei der Revolutionsbekämpfung als „Gendarm Europas“ (167) aufgetreten. Im eigenen Selbstverständnis habe Russland in dieser Zeit somit Europa vor weiteren liberalen und anarchistischen Fehlentwicklungen bewahrt.

Galeotti arbeitet nachfolgend auch in den Folgekapiteln wiederholt heraus, wie die russische Führung stets unter dem Dilemma litt, das Land zu modernisieren, ohne zugleich die Macht im Staat zu riskieren (200). Auch wenn beispielsweise Stalin das Land mit einer neuen, unerfahrenen Elite übernehmen und die Gesellschaft mit einer „kannibalistisch anmutenden sozialen Mobilität“ prägen konnte (202), hätten alte Glaubenssätze und Strukturen fortgewirkt. An anderer Stelle führt Galeotti an, Stalins Anspruch vom „Sozialismus im eigenen Land“ sei nicht nur Ausdruck seines Machtstrebens, sondern auch einer Gewissheit über die Vulnerabilität der jungen UdSSR (215) geschuldet gewesen. Der Zweite Weltkrieg/der Große Vaterländische Krieg habe diesen Pariastaat zur Supermacht mit Gebietsgewinnen und anerkannter Vorherrschaft über die Staaten Mittel- und Osteuropas erhoben. Im Inneren ließen sich so die Verbrechen während der zuvor erzwungenen Industrialisierung rechtfertigen (205). All dies habe an alte Mythen, wie dem russischen Messianismus, angeknüpft, wonach die Nation trotz blutiger Geschichte einer größeren Bestimmung folge: Diese bestehe in Russlands Rolle als der Verteidiger Europas, nicht als dessen rückständiger Cousin (215).

Für die postsowjetische Autokratie identifiziert Galeotti ein narratives Amalgam aus gehässiger Opposition zu Westeuropa und offenem nationalistischen Mythos, erneut auf einzigartiger historischer Mission zu sein (223): Dessen Genese beginne in den 1990er-Jahren als erneuter Zeit der Wirren. Diese seien für die Mehrheit der Russinnen und Russen ein Jahrzehnt der Verzweiflung gewesen, in dem die Privatisierung der Staatsbetriebe zu einer politischen Oligarchisierung des Landes geführt habe. Zudem habe ein faktischer Staatsbankrott 1997-1998 neben Lohnzahlungsausfällen zum Wertverlust der Privatguthaben auf russischen Bankkonten geführt. Der „Staatszerstörer“ Jelzin habe keinen Plan gehabt, wie ein moderner Staat aufzubauen sei.(227). Wohlhabende Russinnen und Russen hätten sich indes von einem Europa „klein“ und „auf Abstand gehalten“ gefühlt, das andere Staaten Osteuropas begrüßte (224).

Putin habe den Kreml wieder zu einem Machtzentrum gemacht, das in den 2000er-Jahren so hohe Einnahmen aus Energie- und Rohstoffexporten generierte, sodass trotz Korruption und Rüstungsausgaben noch etwas zur Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität übrigblieb. Ein neuer Gesellschaftsvertrag, mit einem „Polittheater“  (230) und mit artifiziellen Oppositionsparteien und fortschreitender Präsident Putin wird als bekennender Patriot beschrieben, der vom Westen ernstgenommen werden wollte  (ebenda) und sich als Partner auf Augenhöhe angeboten habe: Dabei sei für Putin allerdings nie verhandelbar gewesen, dass „der Großmachtstatus seines Landes zu seinem Geburtsrecht [gehöre]“ (231). Laut Galeotti habe Putin daher „erbittert aufgrund echter wie vermeintlicher Kränkungen und Herausforderungen vonseiten des Westens“ (231) einen zunehmend konfrontativen, nationalistischen Kurs eingeschlagen. Hinzu komme, dass sich Putin als die historische Figur begreife, die Russlands Auflösung verhindert habe (ebenda). Es folgt eine Übersicht (232) über „Putins Kriege“, die auch den Cyberangriff auf das Baltikum 2007 wie auch den verdeckten „Politischen Krieg gegen den Westen“ seit 2014 mitumfassen: „Abwehrreaktionen auf Versuche des Westens, sein Land zu isolieren, zu marginalisieren und ihm seinen Status als Weltmacht“ (233) abzusprechen. Jene nationalistische Wendung habe es Putin erleichtert, eine Vorstellung Russlands zu entwerfen, die die Bevölkerung nach Pseudopolitik, tiefsitzender Korruption, Repression und wirtschaftlicher Stagnation erneut für das Regime gewinnen sollte. Das narrative Mittel hierzu sei die „Plünderung“ der eigenen Landesgeschichte gewesen. Zum Machterhalt erzähle das Regime von einer nationalen Zukunft, in der sich die außerordentliche Geschichte des Landes wiederholen werde. Daraus ergeben sich folgende Glaubenssätze des russischen Exzeptionalismus (234):

  • Russland sei stark, wenn es geeint ist, andernfalls werde es zur Beute.
  • Russland sei nie der Aggressor, es verschaffe sich den notwendigen Respekt, beispielsweise gegen eine aufgezwungene unipolare Weltordnung.
  • Russland sei kein asiatisches Land: Es verteidige Europa von jeher gegen äußere wie innere Gefahren – so auch den orthodoxen Glauben als wahre Form des Christentums sowie den gesellschaftlichen Konservatismus gegen die schädlichen Effekte von Postmoderne und Subjektivismus (235).

Im Ausblick fragt Galeotti daher, wie oft eine Palimpsest-Identität überhaupt abgeschabt und neu beschrieben werden könne, bis eine neue Seite begonnen werden müsse (243): „Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alb auf dem Gehirne der Lebenden“, zitiert er Marx, um danach weiter zuzuspitzen, wann Russland aus seinem Albtraum erwachen und seiner Wege n könne. Denn so wenig, wie es lediglich ‚ein‘ Europa gebe, so wenig sei ein Russland, das sich „mit sich selbst ins Reine zu kommen“ bereit zeige, für Galeotti aus Europa auszuschließen (244). Auch wenn homines sovietici wie Putin die Bevölkerung vom Gegenteil zu überzeugen suchten. Das vom Regime gehegte Narrativ, Russland könne nicht mehr „europäischer“ werden, lehnt Galeotti als den größten aller Mythen ab (ebenda). Für den Ukrainekrieg prognostiziert er erst Ernüchterung und später Zorn in der russischen Bevölkerung, sobald sich die Kluft zwischen erzähltem und wirklichem Krieg offenbare. In Kombinationen mit den wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen gegen Russland könne/werde dies zu einem Sturz von Putins Regime führen, so der Autor.

Auch wenn diese Einschätzung in einem im März 2022 fertiggestellten Buch gegenwärtig verfrüht erscheint, so nimmt Galeotti ebenso in aktuellen Interviews in the long run eine Pro-Perspektive auf die Integrationsfähigkeit Russlands in die Internationale Ordnung nach dem Ukrainekrieg ein: Denn, ein lediglich durch Containment-Politik eingeschlossener Paria-Staat breche sich irgendwann eher erneut gewaltsam Bahn als dass er sich in den gewünschten Partner transformiere. Auch rekurriert Galeotti hierzu auf die gelungene Einbindung Deutschlands. Jenes sei nicht nur institutionell in den Reihen der westlichen Staaten willkommen geheißen worden, sondern wurde auch in seiner europäischen Identität bestätigt. Diesen Drang sieht Galeotti ebenso als Schlüssel für den künftigen Umgang mit Russland, dessen Bevölkerung sich, trotz aller derzeit ansonsten offenen politischen Variablen, fest als einen Teil Europas begreife. 

Das Buch selbst enthält weder Pathos noch Appelle, wonach man die von russischer Seite vorgetragenen Weltperzeptionen ‚verstehen müsse‘. Galeotti benennt klar die Realitäten und düsteren Facetten des nationalen Helden-Narrativs, beispielsweise als die UdSSR, die sich nach dem 2. Weltkrieg als ‚Befreier‘ Europas begriffen hatte, im Nachgang für Staaten westlich des Eisernen Vorhangs zur Bedrohung und zum „Anderen“ wurde, und dahinter zum Besatzer (216). Sein Buch dechiffriert vielmehr die Form- und Dehnbarkeit von nationalen Erzählungen in ihrer Zweischneidigkeit. Galeotti changiert in diesem Sprint zwischen Darstellung und Kommentierung der Ereignisse und der darauf beruhenden Mythenbildung, dabei konfrontiert er Leser*innen auch mit eigenen Automatismen in Bezug auf Russland. Im schmalen Leitfaden-Büchlein vermeidet er vertiefende sicherheitspolitische Analysen und historische Exegesen. Das hat indes den ausgeklügelten Effekt, dass gerade die knapp gehaltene Erzählweise einen mit Fragen und Einwänden zurücklässt – was indes den Drang weckt, sich mit genau diesen (sowie mit den Literaturhinweisen am Ende der Kapitel) weitergehend zu beschäftigen. 

 

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