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Renate Dieregsweiler

Krieg - Vergewaltigung - Asyl. Die Bedeutung von Verwaltigung im Krieg und ihre Bewertung in der bundesdeutschen Asylrechtsprechung

Sinzheim: Pro Universitate Verlag 1997 (Uni-Schriften: Politik); 132 S.; brosch., 69,- DM; ISBN 3-930747-96-0
Sexuelle Gewalt gegen Frauen war noch nie eine zufällig und vereinzelt auftretende Begleiterscheinung von bewaffneten Auseinandersetzungen und Kriegen - dies belegte Susan Brownmiller bereits 1975 in ihrer einflußreichen Studie "Against Our Will: Men, Women and Rape". In den Brennpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit geriet diese Problematik jedoch erst durch die Massenvergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina. Dierigsweiler stellt dieses Phänomen in einen breiteren Kontext und widmet sich insbesondere der bislang im Hintergrund stehenden Frage nach der Asylrelevanz von Kriegsvergewaltigungen. Nachdem einführend allgemein die Dynamik von Vergewaltigungstaten beleuchtet wird, werden in einem nächsten Schritt die besonderen Ursachen und Funktionen von Kriegsvergewaltigungen eruiert und deren völkerrechtliche Bewertung dargelegt. Den Schwerpunkt bildet jedoch eine Untersuchung der deutschen Asylrechtssprechung und die Frage, inwiefern diese dem völkerrechtswidrigen Tatbestand der Kriegsvergewaltigung ausreichend Rechnung trägt. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, daß hier die praktischen Entscheidungen weit hinter den juristischen Möglichkeiten zurückbleiben und die positiven Ermessensspielräume zumeist nicht genutzt werden.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 4.42 | 2.343 | 2.25 | 2.27 Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Renate Dieregsweiler: Krieg - Vergewaltigung - Asyl. Sinzheim: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/6003-krieg---vergewaltigung---asyl_8177, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8177 Rezension drucken