Skip to main content
Wolfgang Bialas / Manfred Gangl (Hrsg.)

Intellektuelle im Nationalsozialismus

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Schriften zur politischen Kultur der Weimarer Republik 4); 363 S.; brosch., 39,88 €; ISBN 3-631-36470-9
"Im Grunde geht es weniger um die differenzierte Rekonstruktion des facettenreichen Schicksals der Intellektuellen im Nationalsozialismus als vielmehr um den kritischen Nachvollzug der Entscheidung von Intellektuellen für den Nationalsozialismus." (10) Dies ist das Ziel, das die Herausgeber mit ihrem Sammelband verfolgen. Es geht um den Versuch zu verstehen, warum Vertreter der geistigen Elite der Weimarer Republik, "die es hätten besser wissen müssen", (7) sich häufig nicht gegen das neue Regime stellten, sondern dieses im Gegenteil sehr schnell und intensiv unterstützten. Über ein besseres Verständnis des Phänomens der Faszination der Intellektuellen mit dem Nationalsozialismus wollen sie auch einen Beitrag leisten zum besseren Verständnis des Nationalsozialismus selbst. Inhalt: Wolfgang Bialas: Der Nationalsozialismus und die Intellektuellen. Die Situation der Philosophie (13-49); Gérard Raulet: Unfall der Republik oder strukturelles Problem? Überlegungen zum antiparlamentarischen Denken in der Weimarer Republik (50-67); Dirk von Laak: Carl Schmitt, ein Widergänger Weimars? (68-87); Manfred Gangl: Gesellschaftliche Pluralität und politische Einheit. Zu Carl Schmitts politischer Theorie (88-119); Reinhard Mehring: Vergangenheitsbewältigung bei Carl Schmitt (120-134); Kai Haucke: Welt oder Sein? Die gebrochene Neutralität menschlichen Daseins und Heideggers Parteilichkeit (135-175); Dieter Thomä: Verantwortung: Heidegger und Arendt (176-209); Friedrich Balke: Punkte problematischer Solidarität. Hannah Arendt, Carl Schmitt und die Furcht vor den Massen (210-227); Evelyn Cobley: Intellectuals and the Rise of Fascism in Thomas Mann's Doktor Faustus: A Postmodern Reading (228-244); Ulrike Zeuch: Handlungsarmut als ethische Position des Intellektuellen? Robert Musils Bedenken eines Langsamen und die Folgen (245-268); Ulrike Baureithel: Durchschreiten der Todeszonen. "Erinnerungen an eine Liebe": Arnolt Bronnen und der Nationalsozialismus (269-283); Richard Faber: "Die Kirche ist der Staat von gestern, der Staat die Kirche von morgen." Über Faschismus, Katholizismus und Totalitarismus (284-298); Gerwin Klinger: Die Modernisierung des NS-Staates aus dem Geist der Anthropologie. Die Konzepte "Zucht" und "Leistung" bei Arnold Gehlen (299-324); Ursula Wolf: Die Zeiger der Geschichte rückten in eine neue Stunde vor (325-355).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.46 | 2.312 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Wolfgang Bialas / Manfred Gangl (Hrsg.): Intellektuelle im Nationalsozialismus Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/13298-intellektuelle-im-nationalsozialismus_15933, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15933 Rezension drucken