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Patrick Wagner

Hitlers Kriminalisten. Die deutsche Kriminalpolizei und der Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1960

München: C. H. Beck 2002; 218 S.; 12,90 €; ISBN 3-406-49402-1
Deportationen und Beteiligung an NS-Verbrechen werden in der öffentlichen Diskussion meist der SS, SA und insbesondere der Gestapo zugeschrieben - die Kriminalpolizei dagegen erscheint nicht selten als weitgehend unpolitisch und mit der Aufklärung von Straftaten und Verbrechen befasst. Mit dieser Vorstellung will die populärwissenschaftliche Arbeit des Freiburger Historikers aufräumen: Auch die Kriminalpolizei beteiligte sich aktiv an Deportationen, so das Ergebnis seiner Recherchen; über 100.000 Menschen - Kriminelle, "Asoziale" sowie Sinti und Roma - wurden von ihr in die Konzentrationslager deportiert. Die Arbeit zeichnet diese und andere Verstrickungen auch der Kriminalpolizei in die NS-Verbrechen leicht verständlich und chronologisch geordnet nach und leistet damit einen weiteren Beitrag zur Erforschung der NS-Zeit. Inhaltsübersicht: I. Schränker, Luden, Kommissare: Kriminalpolizei und Berufskriminalität in der Weimarer Republik; II. Autoritäre Kriminalpolitik: Die Kripo in der Machtergreifungsphase des Nationalsozialismus 1933 bis 1936; III. Die Wende zur Gesellschaftsbiologie 1937 bis 1942; IV. Hilfloser Terror: Die Kripo in der Katastrophengesellschaft 1942 bis 1945; V. Neuanfang ohne Reue: NS-Kriminalisten auf dem Weg in den Rechtsstaat.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.312 | 2.313 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Patrick Wagner: Hitlers Kriminalisten. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/17838-hitlers-kriminalisten_20572, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20572 Rezension drucken