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Walter Feichtinger / Carmen Gebhard (Hrsg.)

Globale Sicherheit. EUropäische Potenziale. Herausforderungen – Ansätze – Instrumente

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2010 (Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement 4); 330 S.; brosch., 35,- €; ISBN 978-3-205-78419-7
Durch den Aufbau ziviler und militärischer Instrumente und deren operativen Einsatz in verschiedenen Krisenregionen in Europa, Asien und Afrika hat die EU als regionaler und zunehmend auch globaler Krisenmanager wesentlich an Bedeutung gewonnen. Die These der Herausgeber lautet: In Kombination mit den Kapazitäten in den Bereichen Außenhandel, Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit verfügt die EU über ein „einzigartiges Spektrum an Fähigkeiten und Instrumenten, das den Umfang, die Ganzheitlichkeit und das strategische Potenzial anderer Akteure im internationalen Krisenmanagement, wie etwa der NATO, OSZE oder UNO übersteigt“ (9). Die Autoren stellen nun die Besonderheit der EU als Krisenmanager sui generis heraus. Im ersten Teil setzen sie sich mit den Hintergründen dieser spezifischen Entwicklung auseinander und zeichnen wesentliche Etappen nach. Dabei wird die EU-Problematik in das breitere Themenfeld des internationalen Krisenmanagements eingebettet. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht die Diskussion ausgewählter Kernthemen, die die aktuelle politische und wissenschaftliche Debatte um die Potenziale und mittelfristige Weiterentwicklung der EU als globaler Krisenmanager bestimmen. Dazu zählen europäische Interessen, der strategische Rahmen der europäischen Sicherheitspolitik, die vertraglichen Bestimmungen und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren. Ebenso gehören die Kapazitäten der EU als sicherheitspolitischer Akteur, das Verhältnis der EU zur NATO, Multilateralismus, die europäische Sicherheitspolitik aus der Sicht Österreichs, das zivil-militärische Zusammenspiel und die Finanzierung der EU-Sicherheitspolitik dazu. Die Schaffung einer europäischen Armee wird als nicht erforderlich angesehen. Was der EU aber fehle, um dem zivil-militärischen Krisenmanagementansatz gerecht zu werden, seien „Europäische Sicherheits-, Friedens- und Stabilisierungskräfte“. Diese müssten sich „vom gegenwärtigen Denken und Planen von Streitkräften abheben, integriert arbeiten, modulartig aufgebaut sein und für alle EU-Aufgaben zum Einsatz gebracht werden können“ (267). Abschließend werden Szenarien entwickelt, wie die Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Jahr 2025 aussehen könnte. In einem Szenario würde sich die EU zu einer „vollständigen Verteidigungsunion“ (291) entwickeln, in einem anderen zu einem globalen militärischen Akteur.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.6 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Walter Feichtinger / Carmen Gebhard (Hrsg.): Globale Sicherheit. Wien/Köln/Weimar: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31249-globale-sicherheit_37172, veröffentlicht am 06.04.2011. Buch-Nr.: 37172 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken