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Doris Kaufmann (Hrsg.)

Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. In zwei Bänden

Göttingen: Wallstein Verlag 2000; 767 S.; brosch., 80,- DM; ISBN 3-89244-423-4
Die Aufsatzsammlung ist das Ergebnis einer internationalen interdisziplinären Konferenz. Sie fand im März 1999 in Berlin als Auftaktveranstaltung eines Forschungsprogramms der Max-Planck-Gesellschaft statt, dessen Aufgabe es ist, das Verhältnis der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und ihrer Wissenschaftler zum Nationalsozialismus umfassend und kritsch zu untersuchen. Inhalt: Erster Band: 1. Selbstverständnis und politische Option von Wissenschaftlern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Jonathan Harwood: The Rise of the Party-Political Professor? Changing Self-understandings among German Academics, 1890-1933 (21-45); Margit Szöllösi-Janze: Der Wissenschaftler als Experte. Kooperationsverhältnisse von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft, 1914-1933 (46-64); Jeffrey Herf: "Reactionary Modernism" and After: Modernity and Nazi Germany Reconsidered (65-76); Susanne Heim: "Vordenker der Vernichtung". Wissenschaftliche Experten als Berater der nationalsozialistischen Politik (77-91). 2. Rassenhygienische und genetische Forschungen in Kaiser-Wilhelm-Instituten und nationalsozialistische Rassenpolitik: Matthias M. Weber: Rassenhygienische und genetische Forschungen an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie/Kaiser-Wilhelm-Institut in München vor und nach 1933 (95-111); Volker Roelcke: Psychiatrische Wissenschaft im Kontext nationalsozialistischer Politik und "Euthanasie". Zur Rolle von Ernst Rüdin und der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie/Kaiser-Wilhelm-Institut (112-150); Jürgen Peiffer: Neuropathologische Forschung an "Euthanasie"-Opfern in zwei Kaiser-Wilhelm-Instituten (151-173); Robert N. Proctor: Keine Sklaven des Nikotins: Tobacco Research and Tobacco Policy in the Third Reich (174-188); Benno Müller-Hill: Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten (189-227). 3. Rüstungsforschung und "kriegsrelevante" Forschung: Ute Deichmann: Kriegsbezogene biologische, biochemische und chemische Forschung an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Züchtungsforschung, für Physikalische Chemie und Elektrochemie und für Medizinische Forschung (231-257); Moritz Epple / Volker Remmert: "Eine ungeahnte Synthese zwischen reiner und angewandter Mathematik". Kriegsrelevante mathematische Forschung in Deutschland während des II. Weltkrieges (258-295); Michael Eckert: Theoretische Physiker in Kriegsprojekten. Zur Problematik einer internationalen vergleichenden Analyse (296-308); Mark Walker: A Comparative History of Nuclear Weapons (309-327); Helmuth Trischler: "Big Science" or "Small Science"? Die Luftfahrtforschung im Nationalsozialismus (328-362); Wilhelm Deist: Rüstungsforschung und Wehrmacht. Ein Kommentar (363-370). 4. Anwendungsbezogene Forschung und Industrie unter den Bedingungen der Kriegswirtschaft: Manfred Rasch: Forschung zwischen Staat und Industrie. Überlegungen zu einer Forschungsgeschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im "Dritten Reich" (373-397); Raymond Stokes: Privileged Applications: Research and Development at I. G. Farben during the National Socialist Period (398-410); Paul Erker: Die Rolle der Forschung bei der Ersatzstoff-Produktion. Das Beispiel Continental AG/Reifenindustrie (411-425). Zweiter Band: 5. Geisteswissenschaftliche Forschungen und nationalsozialistische Eroberungspolitik: Ingo Haar: "Ostforschung" und "Lebensraum"-Politik im Nationalsozialismus (437-467); Michael Fahlbusch: Für Volk, Führer und Reich! Die Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften und Volkstumspolitik, 1931-1945 (468-489); Ingo Hueck: Die deutsche Völkerrechtswissenschaft im Nationalsozialismus. Das Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Hamburger Institut für Auswärtige Politik und das Kieler Institut für Internationales Recht (490-527); Karen Schönwälder: Heinrich von Srbik. "Gesamtdeutscher" Historiker und "Vertrauensmann" des nationalsozialistischen Deutschland (528-544); Hartmut Lehmann: Geschichts- und kulturwissenschaftliche Spezialforschung im Spannungsfeld von nationalsozialistischer Ideologie und nationalsozialistischer Eroberungspolitik. Ein Kommentar (545-553). 6. Nationalsozialistische Wissenschaftspolitik und die Politik der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft als Wissenschaftsorganisation: Michael Grüttner: Wissenschaftspolitik im Nationalsozialismus (557-585); Kristie Macrakis: "Surviving the Swastika" Revisited: The Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft and Science Policy in Nazi Germany (586-599); Notker Hammerstein: Die Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Nationalsozialismus (600-609); Mitchell Ash: Emigration und Wissenschaftswandel als Folgen der nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik (610-631). 7. Wissenschaftliche Denkmuster, Methoden und Fragestellungen der Forschung in den Kaiser-Wilhelm-Instituten/Max-Planck-Instituten nach 1945: Kontinuitäten und Brüche: Paul Weindling: "Tales from Nuremberg": The Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology and Allied Medical War Crimes Policy (635-652); Hans-Peter Kröner: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik und die Humangenetik in der Bundesrepublik Deutschland (653-666); Hans-Jörg Rheinberger: Virusforschung an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Biochemie und für Biologie (667-698); Burghard Weiss: Groß, teuer und gefährlich? Kernphysikalische Forschungstechnologien an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vor, während und nach Ende des "Dritten Reiches" (699-725); Cathryn Carson: Old Programs, New Politics? Nuclear Reactor Studies after 1945 in the Max-Planck-Institut für Physik (726-749).
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Doris Kaufmann (Hrsg.): Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Göttingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/13116-geschichte-der-kaiser-wilhelm-gesellschaft-im-nationalsozialismus_15711, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 15711 Rezension drucken