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Volodymyr Tereshchenko

Evolution der politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der EU 1991-2004

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2005 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 509); 270 S.; brosch., 45,50 €; ISBN 3-631-53342-X
Diss. Phil. Münster; Gutachter: W. Woyke, D. Thränhardt. – Ziel des in der Ukraine geborenen Autors ist es, die Beziehungen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union seit der ukrainischen Unabhängigkeit bis Anfang 2004 zu erforschen. Dabei will er die Positionen beider Seiten und die für diese Beziehungen relevanten Faktoren analysieren. In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit habe sich auf ukrainischer Seite keine eindeutige Position hinsichtlich der EU herausgebildet – es herrschte eher eine „„undifferenzierte Politik“„ (233) vor. Präsident Leonid Kuchma habe zwar Interesse an einer Kooperation seines Landes mit der Europäischen Union bekundet, doch galt sein Hauptaugenmerk im außenpolitischen Bereich eher der engen politisch-wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland. Aufseiten der EU mangelte es im Untersuchungszeitraum an einem Konsens über die Frage der Ablehnung beziehungsweise Akzeptanz eines möglichen EU-Beitritts der Ukraine; es dominierte das Bekenntnis, engere Beziehungen ohne Beitrittsperspektive pflegen zu wollen, so Tereshchenko. Das Interesse der EU an der Ukraine habe überwiegend im sicherheitspolitischen und im wirtschaftlichen Bereich gelegen – insbesondere galt es der Frage des Energietransits. Im Vorfeld der Osterweiterung habe die EU die Beziehungen zu Russland durch ein europäisches Engagement bei seinem Nachbarn, der Ukraine, der angenommenen russischen Einflusszone, nicht belasten wollen. Bisher sei es dem Land nicht gelungen, sich soweit zu stärken, dass Brüssel es „„aus dem Kontext der Beziehungen zu Russland hätte hervorheben können“„ (245). Die Prognose des Autors lautet: Je mehr die Ukraine als internationaler Akteur an Bedeutung gewinnen wird, desto stärker wird sich die EU-Politik aus dem Kontext EU-Ukraine-Russland befreien und sich auf die eigentlichen Kontakte zur Ukraine konzentrieren. Entscheidend für das zukünftige Verhältnis seien auch die Ergebnisse der Transformationsprozesse im Land.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.6 | 4.22 | 2.62 | 2.2 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Volodymyr Tereshchenko: Evolution der politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der EU 1991-2004 Frankfurt a. M. u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/23774-evolution-der-politischen-beziehungen-zwischen-der-ukraine-und-der-eu-1991-2004_27328, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27328 Rezension drucken