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Franz Eder / Martin Senn (Hrsg.)

Europe and Transnational Terrorism. Assessing Threats and Countermeasures

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009; 195 S.; brosch., 34,- €; ISBN 978-3-8329-4138-3
Die Herausgeber betonen in ihrer Einleitung, dass der Stellenwert des 11. September 2001 für die europäische Politik nicht eindeutig zu fassen sei. Einerseits hätten die Anschläge von New York und Washington zu einer bis dahin nicht gekannten Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Terrorismusbekämpfung geführt und das Profil der EU als Akteur in einem sensiblen Feld geschärft. Andererseits sei spätestens durch die Attacken auf die Madrider Vorortzüge deutlich geworden, dass Europa selbst keineswegs immun gegen Terrorismus sei, sondern die Bedrohung der Sicherheit auch innerhalb der EU bestehe. Der Sammelband zielt entlang dieser zwei Perspektiven darauf, zum einen eine Analyse der terroristischen Gefahr vorzunehmen, zum anderen die Handlungsfähigkeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten einzuschätzen. Paul Wilkinson beleuchtet in seinem Beitrag die Entwicklung des transnationalen Terrorismus in Europa, während Lorenzo Vidino sich den „einheimischen“ islamistischen Netzwerken widmet und Christopher Daase die Rolle von Massenvernichtungswaffen im heutigen Terrorismus analysiert. In weiteren Studien werden die Politiken der Terrorismusbekämpfung in Deutschland (Victor Mauer), Großbritannien (David Brown) und in der EU-USA-Kooperation (Wyn Rees) untersucht. Der Politik gegen die Finanzierung des Terrorismus geht William Vlcek nach. In ihrem Schlussbeitrag diskutieren die Herausgeber die Frage, ob und mit welchen Mitteln die EU versuche, Terroristen abzuschrecken und damit von ihren geplanten Taten abzuhalten. Ihr Urteil: Zwar basiere die EU-Politik nicht auf einer expliziten Abschreckungsstrategie, klassische Elemente abschreckender Strategien seien gleichwohl erkennbar. Aufgrund mangelnder Kompetenzen und der unterschiedlichen Perspektiven der Mitgliedstaaten sei die EU ein untergeordneter Akteur im Terrorismusbereich, der gleichwohl die Zusammenarbeit der nationalen Behörden erleichtere und deren Maßnahmen ergänze.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.41 | 2.61 | 2.64 | 2.263 | 2.343 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Franz Eder / Martin Senn (Hrsg.): Europe and Transnational Terrorism. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/21597-europe-and-transnational-terrorism_36618, veröffentlicht am 13.10.2009. Buch-Nr.: 36618 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken