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Manfred Behrend

Eine Geschichte der PDS. Von der zerbröckelnden Staatspartei zur Linkspartei

Köln: Neuer ISP Verlag 2006; 218 S.; 16,- €; ISBN 978-3-89900-117-4
Mit der „Übergangsperiode vom Pseudosozialismus zum vollendeten Kapitalismus“ (24) beginnt Behrend seine Beschreibung der Geschichte der SED/PDS. Der inzwischen verstorbene Autor war bis Januar 1990 selbst Mitglied dieser Partei und arbeitete in der DDR als Historiker. Eingangs hebt er die Geschichte der innerparteilichen Opposition in den kommunistischen Parteien hervor und angesichts seiner Ausführungen ist festzustellen, dass er sich selbst in dieser Tradition der linken Kritiker sah. So referiert er mit deutlicher Distanz zum Geschehen den Verzicht der PDS „auf die Kennzeichnung des Sozialismus als eigenständige Gesellschaftsordnung und auf die Forderung nach Gemeineigentum an Produktionsmitteln“ (133) und moniert die pauschale Verurteilung des DDR-Systems. Mit seiner Darstellung will Behrend auch Aufschluss darüber geben, warum es Parteien gibt, die nach „z. T. großen Verdiensten um Fortschritt und Abwehr der Reaktion“ (17) doch wieder nur den Herrschenden im bürgerlichen Staat dienten. Tatsächlich aber gehe es nicht darum, „Herrschaftspolitik“ (178) mitzugestalten, schreibt er, sondern gegen diese zu protestieren. Das Buch mag für aus der Zeit gefallene linkssozialistische Nostalgiker vielleicht interessant sein.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.331 | 2.315 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Manfred Behrend: Eine Geschichte der PDS. Köln: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/25999-eine-geschichte-der-pds_30234, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30234 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken