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Klaus Poier / Sandra Saywald-Wedl / Hedwig Unger: Die Themen der „Populisten“. Mit einer Medienanalyse von Wahlkämpfen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Dänemark und Polen

06.12.2018
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Autorenprofil
Günter Lipfert
Baden-Baden, Nomos 2017 ( International Studies on Populism 5)

Der Populismus und die Parteien, die diesem vonseiten der Öffentlichkeit zugerechnet werden, sind ein vieldiskutiertes Thema. Doch gibt es im Verständnis eine gemeinsame Basis? Eine Menge Literatur wurde bereits geschrieben, um eine theoretische Ergründung des Populismus voranzubringen. Nun haben auch Klaus Poier, Sandra Saywald-Wedl und Hedwig Unger einen solchen Versuch gewagt, dabei jedoch einen bestimmten, aus ihrer Sicht bisher wenig beachteten Aspekt in den Vordergrund gestellt.

Die Autor*innen fragen, mit welchen Themen populistische Parteien in Wahlkämpfen medial in Zusammenhang gebracht werden. Sie gehen davon aus, dass Wahlkämpfe die entscheidenden Foren der politischen Auseinandersetzung sind. Hierzu sind sie zunächst bestrebt, einen anwendbaren Begriff von Populismus zu entwickeln, der zur Bestimmung von Parteien als populistisch dienen soll. Populismus wird dabei nicht als rein ideologisches Phänomen verstanden. Deshalb werden neben ideologischen Elementen auch formal diskursive und formal organisatorische Merkmale populistischer Parteien untersucht. Anschließend wird in einem Überblick zu populistischen Parteien in Europa die Auswahl der zu untersuchenden Parteien begründet. Den Kern der Studie bildet die empirische Untersuchung, die die Themen von acht populistischen Parteien in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Dänemark und Polen zum Inhalt hat. Dazu werden in einem Zeitraum von zwei Monaten im Vorfeld des nationalen Wahlkampfs Artikel des jeweils auflagenstärksten Boulevard- und Qualitätsblattes auf die Nennung von Themenblöcken in Zusammenhang mit sowohl links- als auch rechtspopulistischen Parteien analysiert. Die Autor*innen liefern eine nachvollziehbare Begründung der Datengrundlage bei gleichzeitiger Beschränkung auf Printmedien.

Im Resümee erfahren die Ergebnisse der Medienanalyse eine Zusammenführung. Die Untersuchung untermauert den Autor*innen zufolge einen Trend zur De-Thematisierung der Wahlkämpfe und eine verstärkte Personenzentriertheit der Medien. Bestätigt wird auch, dass sich viele Themen eignen, um von populistischen Parteien aufgegriffen zu werden, und damit auch, dass diese Parteien nur über eine dünne Ideologie verfügen. Für rechtspopulistische Parteien kann das Thema der Immigration im Besonderen interessant sein – muss es aber nicht. Bezüglich der linkspopulistischen Parteien halten sich die Autor*innen aufgrund einer von ihnen als zu gering eingeschätzten Fallzahl zurück.

Der Zusammenhang zwischen populistischen Parteien und medialer Aufmerksamkeit ist bereits reflektiert worden. So hat etwa Matthias Zehnder in „Die Aufmerksamkeitsfalle“ untersucht, wie die Medien zu Populismus führen. Demnach ist die Kommunikation zwischen den beiden Sphären Medien und Politik als sich wechselseitig vollziehend zu verstehen. Keine Sphäre könne ohne die andere funktionieren. Beide reagierten aufeinander – auch bei der Aneignung der Art und Weisen der Bereitstellung öffentlichkeitsrelevanter Leistungen.

Die Studie ist klar strukturiert und kann als besondere Stärke infolge ihrer empirischen Ausrichtung zahlreiche selbst erstellte Veranschaulichungen und Grafiken vorweisen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Autor*innen sind aufschlussreich genug, um das Phänomen Populismus theoretisch besser zu fassen. So wird etwa bestätigt, dass Populismus – sei es von links oder von rechts – nicht zwangsläufig an bestimmte Inhalte gebunden ist, auch wenn rechtspopulistische Parteien sich beispielsweise bevorzugt mit dem Thema Immigration in Verbindung bringen lassen. Es handelt sich jedoch vor allem – freilich basierend auf umfassender eigenständig erschlossener Datengrundlage – um Bestätigungen von bereits Bekanntem. Das Buch ist für all jene eine lohnende Lektüre, die den Populismus als Phänomen besser verstehen möchten und an weiterer Theoriebildung arbeiten.

 

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