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Kristina Chhim

Die Revolutionäre Volkspartei Kampuchea 1979 bis 1989. Eine Analyse der politischen Herrschaft einer nach der vietnamesischen Intervention reorganisierten Kommunistischen Partei

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 888); 455 S.; brosch., 65,45 €; ISBN 3-631-37380-5
Die kommunistische Partei Kambodschas, die zwischen 1979 und 1989 das Land beherrscht hatte, konnte bei den zweiten freien Parlamentswahlen 1998 nach einem Zwischentief verlorene Machtpositionen wieder zurückerobern. Tatsächlich hatte sie, so die Autorin, die Beherrschung des Staatsapparates, des Militärs und der Polizei trotz sichtbarer Popularitätsverluste in der Bevölkerung und trotz scheinbar eskalierender innerparteilicher Machtkämpfe jedoch niemals wirklich abgegeben. Denn im Gegensatz zu ihren politischen Gegnern sei es dieser Partei gelungen, ihren inneren Zusammenhalt letztlich zu wahren und sich damit auch in den 90er-Jahren als die wichtigste politische Kraft zu profilieren. Die Hauptgründe dafür sieht Chhim in der inneren Struktur und dem Selbstverständnis dieser Partei, die unter vietnamesischer Führung zehn Jahre lang als eine kommunistische Partei neuen Typs aufgebaut worden war, und sich eine umfangreiche Erfahrung in der Herrschaftsausübung angeeignet hatte. Hinzu trete das traditionelle kambodschanische Parteienverständnis, demzufolge Parteien nicht als Zusammenschluss politisch gleichgesinnter Bürger verstanden werden, sondern vielmehr als Instrument mit dem die Anhängerschaft Zugang zu staatlichen Ämtern zu gewinnen sucht. Ausgehend von einem Rückblick auf die historischen Wurzeln gibt die Autorin einen Einblick in die Entwicklung der kommunistischen Partei seit 1979. Dabei berücksichtigt sie die inneren Strukturen, die ideologischen Grundlagen, die gesellschaftspolitischen Vorstellungen sowie die verwendeten Instrumentarien und Methoden gleichermaßen. Inhaltsübersicht: 1. Politische Grundlagen: 1.1 Historische Wurzeln; 1.2 Der Weg zur Macht; 1.3 Sturz und Neuanfang. 2. Neuorientierung und Wiederaufbau: 2.1 Unmittelbare Faktoren der Machtergreifung und -sicherung; 2.2 Die Reorganisierung der Parteispitze; 2.3 Die neudefinierten ideologischen Grundlagen und daraus abgeleitete "strategische Hauptaufgaben"; 2.4 "Demokratischer Zentralismus" als innerparteiliches Organisationsprinzip; 2.5 Landesweiter Aufbau der Organisationsebenen. 3. Die Partei in Staat und Gesellschaft: 3.1 Die Instrumentalisierung des Staatsapparates durch die Partei; 3.2 Der Aufbau eines Netzes horizontaler Neben- und Hilfsorganisationen; 3.3 Aufbau, Funktion und Rolle der Armee; 3.4 Das Streben nach enger Verflechtung aller staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen zu einem von der Partei geführten, einheitlich funktionierenden Organismus. 4. Partei und Staatsideologie: 4.1 Das System politisch-ideologischer Erziehung innerhalb der Partei; 4.2 Die Ausweitung ideologischer Disziplinierung auf die gesamte Gesellschaft; 4.3 Die Parteiideologie wird zur Staatsideologie. 5. Zehn Jahre Revolutionäre Volkspartei Kampuchea - Bilanz und Ausblick.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.68 | 2.22 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Kristina Chhim: Die Revolutionäre Volkspartei Kampuchea 1979 bis 1989. Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/15185-die-revolutionaere-volkspartei-kampuchea-1979-bis-1989_17257, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17257 Rezension drucken