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Daniela Heuer-Vogel

Die Politisierung ethnischer Identitäten im internationalen Staatensystem. Muslime unter chinesischer Herrschaft

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2000 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 413); 449 S.; brosch., 60,33 €; ISBN 3-631-36434-2
Politikwiss. Diss. Göttingen; Gutachter: B. Tibi. - Am Beispiel muslimischer nationaler Minderheiten in China untersucht die Autorin die Rolle von ethnischen Gruppen im Zeitalter nach dem Ende des Ost-West-Konflikts. Sie vertritt die Überzeugung, dass "die Politisierung ethnischer Identitäten zu den wesentlichen Merkmalen des post-bipolaren Zeitalters gehört und die Beschäftigung mit ethnischen Kollektividentitäten ihren Platz in der Theorie der Internationalen Beziehungen hat" (387). In ihrer sehr gründlichen Studie weist sie nach, dass ethnische Vielfalt nicht per se ein hohes Konfliktpotential mit sich bringt und nicht quasi automatisch zum Ausbruch von Konflikten führt. Eine Politisierung ethnischer Identitäten entsteht vielmehr durch eine Vielzahl von historischen, politischen, ökonomischen, aber auch kulturellen Faktoren und kann, muss aber nicht, Konflikte entstehen lassen. Inhaltsübersicht: I. Die Politisierung ethnischer Kollektividentitäten und ihre Abgrenzung zum politisierten Zivilisationsbewußtsein: lokale und regionale Konflikte mit internationaler Dimension: 1. Diskussion des Ethnizitätsbegriffs; 2. Der moderne Nationalstaat westlichen Musters und die Realität des nominellen Nationalstaates - moderne Staats- versus ethnische Nation; 3. Innerstaatliche ethnische Konflikte: ihre Ursachen und Auslöser; 4. Die regionale und internationale Dimension ethnischer Konflikte; 5. Zusammenprall der Zivilisationen: Politisierung von Zivilisationsbewußtsein statt ethnischer Kollektividentität? - Das Beziehungsgeflecht von Ethnizität und Zugehörigkeit zur islamischen Zivilisation. II. Fallstudie: Muslimische Minderheiten in der Volksrepublik China - Potential für ethnonationalistische Konflikte oder einen "Zusammenprall der Zivilisationen"?: 6. Historische Grundlagen: das chinesische Vielvölkerreich und die Entwicklung seiner muslimischen Bevölkerungsgruppen; 7. Die Nationalitäten- und Religionspolitik der Volksrepublik China untersucht am Beispiel der nationalen Minderheit der Hui: Die Entwicklung von einer religiösen zu einer ethnischen Gruppe; 8. Die Entwicklung des Konfliktherdes Xinjiang von der Gründung der Volksrepublik China bis zur Gegenwart; 9. Die regionale und internationale Dimension der Konflikte des chinesischen Staates mit seinen muslimischen Minderheiten.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.42 | 2.23 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Daniela Heuer-Vogel: Die Politisierung ethnischer Identitäten im internationalen Staatensystem. Frankfurt a. M. u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/13292-die-politisierung-ethnischer-identitaeten-im-internationalen-staatensystem_15927, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15927 Rezension drucken