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Rudolf Richter

Die Lebensstilgesellschaft

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005; 163 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-8100-3953-5
Die wesentlichen Umbrüche der modernen Sozialwelt beruhen – so die leitende These Richters – auf dem Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Diese Umbrüche zeigen sich ebenso in der Arbeitswelt im Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft wie in der Freizeit im Übergang zur Konsumgesellschaft. Sozialstrukturell gesehen ist es eine Verschiebung von der das 19. Jahrhundert prägenden ständischen Lebensführung zur heute geltenden Lebensstilorientierung, bei der die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen nicht mehr von Klassenmerkmalen bestimmt wird. Die traditionellen Schichten würden von der Dominanz einer etwa 80 % der Bevölkerung umfassenden Mittelschicht abgelöst; dementsprechend verlagere sich die soziale Distinktion in das Medium von Kultur und Alltagsästhetik. In den Vordergrund trete jetzt eine Vielzahl von Lebensstilen, in denen sich sozialisatorisch vermittelte Werthaltungen mit Verhaltensgewohnheiten und Ideen mischen, die aus wechselnden Alltagssituationen gewonnen sind. Der Autor, der sich langjährig mit Forschungsarbeiten über Wertewandel, Individualisierung und neuen Lebensstilen befasst hat, beschreibt diese Tendenzen und die Ausbildung aktueller Lebensstile verständlich für eine breite Leserschaft.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.23 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Rudolf Richter: Die Lebensstilgesellschaft Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/23216-die-lebensstilgesellschaft_26597, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26597 Rezension drucken