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Konrad Paul Liessmann (Hrsg.)

Die Kanäle der Macht. Herrschaft und Freiheit im Medienzeitalter

Wien: Paul Zsolnay Verlag 2003 (Philosophicum Lech 6); 264 S.; 17,90 €; ISBN 3-552-05224-0
Die Dokumentation des Philosophicums Lech - bei diesem Thema bezeichnenderweise mit einem Besucherrekord - beteiligt sich an der Diskussion über Macht (im Sinne von Max Weber) und ihrem Verhältnis zu den Medien. Wer Macht ausüben will, braucht Aufmerksamkeit (vom potenziellen Gefolge) und wer gibt sie, wenn nicht die Medien? Hier beginnt die seltsame und höchst ambivalente Interdependenz zwischen Macht und Medien. „Keine Macht ohne Attribute, keine Macht ohne ästhetische Präsenz, keine Macht ohne Symbole, aber auch keine Macht ohne Ablenkung, falsche Fährten und Irreführungen" (7). Die zwölf Beiträge beschäftigen sich neben dem Verhältnis zwischen Politik und Leitmedien mit folgenden Themen: zum Beispiel mit Werbung, die die Massenkultur finanziert und den Staat als Finanzier der "hohen" Kultur verdrängt; mit der Verquickung von Macht mit anderen Beziehungstypen, wie etwa Arbeit und Liebe und mit dem, was uns am Erzählkino und seinen Bildern ergreift. Beiträge wie der von Stephan bringen die Sache auf den Punkt: Wir haben die Politiker, die der Souverän verdient. „Sie schätzen ne gute Pulle Bier, können prima Witze erzählen und intonieren ihr ‚Basta' so überzeugend, wie Vatter auf den Tisch haut, wenn Mutter beim Fußball nicht beikommt mit den Schnittchen" (100). Inhalt: Konrad Paul Liessmann: Die Kanäle der Macht. Herrschaft und Freiheit im Medienzeitalter (7-14); Karl Otto Hondrich: Die Macht der Macht (15-35); Georg Franck: Mentaler Kapitalismus (36-60); Rainer Paris: Tücken der Macht. Das Beispiel der Politik (61-98); Cora Stephan: Die Macht der Quote und die Grenzen der Demokratie (99-113); Thomas Meyer: Mediokratie. Die Kolonisierung der Politik durch die Medien (114-130); Peter Glotz: Kommunikation, Macht, Geschwindigkeit (131-143); Reinhold Knoll: Gedanken zum Fernsehen (144-174); Elisabeth Bronfen: Unheimliche Entmachtungen. Die Macht des Bildes im Erzählkino (175-194); Walter Grasskamp: Kunst, Medien und Globalisierung. Ein Rückblick auf die documenta 11 (195-213); Christina von Braun: Macht ist ein ganz besonderer Saft. Die Bilder des Kollektivkörpers (214-238); Robert Menasse: Zeit im Bild (239-258).
Christiane J. Fröhlich (CJF)
Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
Rubrizierung: 2.22 | 2.2 | 5.42 Empfohlene Zitierweise: Christiane J. Fröhlich, Rezension zu: Konrad Paul Liessmann (Hrsg.): Die Kanäle der Macht. Wien: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/19037-die-kanaele-der-macht_22103, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22103 Rezension drucken