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Ludwig Richter

Die Deutsche Volkspartei 1918-1933

Düsseldorf: Droste Verlag 2002 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 134); 864 S.; Ln., 84,80 €; ISBN 3-7700-5243-9
Habilitationsschrift Köln. - Richter beschreibt minutiös den Werdegang einer Partei, deren Mitglieder noch 1918 auf dem Weg in eine liberale Einheitspartei waren, jedoch nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs unversehens Konkurrenten in der rechts orientierten Deutschen Nationalen Volkspartei und der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei vorfanden. Stresemann gelang es über Jahre hinweg, die DVP in der Mitte des liberalen Spektrums zu verankern, um sich dadurch die politischen Optionen offen zu halten, wenn es auch bedeutete, den politischen Gegner aus dem Kaiserreich, die SPD, als Partner in der Regierungsverantwortung zu akzeptieren. Durch diese Flexibilität wurde die DVP zumindest unter Stresemann eine staatstragende Partei. Richters Studie beeindruckt durch ihre Tiefe; der Autor verliert bei aller Detailtreue nicht den Überblick in einer Parteiengeschichte, die ein wichtiges Stück der politischen Geschichte der Weimarer Republik erzählt. Exemplarisch zeigt sich an der DVP das Drama einer Republik, die scheiterte, weil sich ihre bürgerlichen Parteien durch ideologische Kämpfe jeglicher Gestaltungsfähigkeit beraubten.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.311 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Ludwig Richter: Die Deutsche Volkspartei 1918-1933 Düsseldorf: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/17087-die-deutsche-volkspartei-1918-1933_19650, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19650 Rezension drucken