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Ludger Gruber

Die CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen 1946-1980. Eine parlamentshistorische Untersuchung

Düsseldorf: Droste Verlag 1998 (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte 31); 512 S.; geb., 78,- DM; ISBN 3-7700-1879-6
"Die Fraktionen sind Schaltstellen in einem offenen politischen System, in dem das Zusammenspiel von Fraktion und Partei, von Fraktion und Regierung oder von Fraktion und Bürger einem ständigem Wandel unterworfen ist." (13) In dieser historiographischen Untersuchung steht das Interesse an Funktionsweise und Wesen der CDU-Landtagsfraktionen in Nordrhein-Westfalen von 1946-1980 im zeitgeschichtlichen Wandel im Vordergrund. Um diese aufzuzeigen, wird in dieser Arbeit in einer Kombination aus historisch-chronologischer Ereignisgeschichte und historisch-systematischer Fragestellung vorgegangen. "Anstatt aus einem übergeordneten landespolitischen Ereignis auf den unmittelbaren Beitrag der Fraktion zu schließen, wird umgekehrt die Fraktion an sich zum Ausgangspunkt aller Betrachtungen." (19) Dies erlaubt einerseits genaue Einblicke in die historische Entwicklung der CDU-Fraktion. Andererseits werden weit verbreitete Ansichten z. B. über das Verhältnis Fraktion-Partei oder Abgeordnete zur Parteispitze mit neuen Ergebnissen konfrontiert: "Die CDU-Landtagsfraktion ist zu keinem Zeitpunkt der parlamentarische Arm der Partei im Parlament gewesen", oder: "Der Zwang einer Regierung, den politischen Rückhalt in der Fraktion aufrechtzuerhalten, ist größer als umgekehrt". (399) Inhaltsübersicht: A. Der landeszeitgeschichtliche Hintergrund der Fraktionsentwicklung: I. Konrad Adenauer: Der erste Vorsitzende (1946-1949); II. Josef Schrage: Der Übergangsvorsitzende (1949-1950); III. Wilhelm Johnen: Innere und äußere Konsolidierung (1950-1959); IV. Erich Stuckel: Der Aufbruch zu neuen landespolitischen Ufern (1959-1962); V. Wilhelm Lenz (1962-1970); VI. Heinrich Köppler: Das Erstarken der CDU bei gleichzeitigem Verbleib in der Opposition (1970-1980). B. Die soziostrukturelle Entwicklung der Fraktion: II. Methodische Überlegungen und Vorgehensweise; III. Beschreibung des Datensatzes anhand ausgewählter Merkmale. C. Die Organisation innerfraktioneller Willensbildung: II. Die Fraktionsentwicklung unter den einzelnen Fraktionsvorsitzenden; III. Exkurs: Die finanziellen Grundlagen der Fraktionsarbeit 1947-1980. D. Die Fraktion und die Gesetzgebung: Eine exemplarische Betrachtung der Novellierung des Landesplanungsgesetzes (1962): II. Der Gesetzgebungsprozeß; III. Ausblick: Die weitere Entwicklung der Landesplanung. E. Fraktion und Partei: II. Die Handlungsebenen zwischen Fraktion und Partei; III. Die Fraktion und die programmatische Erneuerung der CDU in Nordrhein-Westfalen 1968-1971. F. Fraktion und Exekutive: I. Die CDU-Landtagsfraktion als Regierungsfraktion; II. Die Gesamtfraktion und die Exekutive; III. Sonderfälle des Verhältnisses von Legislative und Exekutive; IV. Die Fraktion und die Koalitionsbildungen. G. Der parlamentarische Föderalismus: Die CDU-Landtagsfraktion und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion: II. Das Verhältnis zwischen der CDU-Landtagsfraktion und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. H. Das Abgeordnetenverständnis der Fraktionsmitglieder: I. Der Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion - ein Berufsparlamentarier?; II. Der Abgeordnete und der Bürger (Kontakte, Ansprüche, Verhalten). I. Gesamtbetrachtung: Die Ausgestaltung des Landesparlamentarismus in Nordrhein-Westfalen durch die CDU-Landtagsfraktion.
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Ludger Gruber: Die CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen 1946-1980. Düsseldorf: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/5484-die-cdu-landtagsfraktion-in-nordrhein-westfalen-1946-1980_7169, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 7169 Rezension drucken