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Deutschland im Energiewandel. Auf dem Weg zur klimafreundlichen Energieversorgung

21.01.2020
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Sabine Steppat, Dipl.-Politologin

Die Welt befinde sich im Umbruch: Das Pariser Klimaabkommen habe den Beginn des fossilen Zeitalters eingeleitet, so die Energieökonomin Claudia Kemfert. Sie zeigt in ihrer Analyse, dass die skandinavischen Länder, die G7-, die BRICS- und andere Staaten der Welt allerdings noch in verschiedener Weise und mit unterschiedlichem Erfolg nach wirtschaftlichen Lösungen für den Einstieg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien suchen. Für diese globale Transformation stelle aber die deutsche Energiewende ein wichtiges Vorbild dar.

Einer Herkulesaufgabe gleiche die Energiewende – Daniela Setton und Ortwin Renn sehen in ihr das größte Reformvorhaben Deutschlands. Sie haben die Einstellungen der Bevölkerung im Hinblick auf die Energiewende eruiert und ein Monitoringinstrument erstellt: das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende 2017. Zwar wird eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für die Energiewende erkennbar, weniger positiv wird jedoch ihre politische Umsetzung eingeschätzt.

In die gleiche Richtung weist der Energiemonitor 2018 des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Er ermittelt jährlich mithilfe einer repräsentativen Befragung die Einstellung der deutschen Bevölkerung zum Image der Energiebranche sowie zur Energiewende. Dabei wird deutlich, dass diese weiterhin einen hohen Rückhalt genießt. Eine große Mehrheit wünscht sich einen vermehrten Einsatz von Sonnen- und Windenergie sowie einen geringeren Einsatz von fossilen Brennstoffen. Jedoch vermuten die Befragten, dass die Energiewende nicht gut vorankommt, wie Stefanie Groll in ihrem Kommentar des Energiemonitors 2018 ausführt.

Ähnlich äußert sich Eberhard Umbach. Um die Energiewende sei es insofern nicht gut bestellt, als unsere Energieversorgung noch immer zu 80 Prozent auf fossilen Energieträgern basiert. In der Sektorkopplung erblickt er einen möglichen Schlüssel für ein klimafreundliches Energiesystem. Und Claudia Kemfert empfiehlt in ihrer von Martin Repohl besprochenen Publikation eine konsequente Zurückdrängung fossiler Brennstoffe.

In einer Auswahl von Kurzrezensionen findet sich eine Einschätzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes: Einerseits wird darin ein internationales Erfolgsmodell gesehen, sodass Deutschland bei der energetischen Umstellung weltweit eine Vorreiterrolle einnehme, andererseits sei es reformbedürftig.

Wenn es um die konkrete bauliche Umsetzung der Energiewende geht, mehren sich in den Gemeinden die Konflikte, so die Beobachtung Eva Eichenauers. Sie berichtet über das Projekt „Energiekonflikte“, das kommunale Dispute untersucht, die im Zusammenhang mit Bauprojekten des „Gemeinschaftswerkes Energiewende“ auftreten. Die Autorin beobachtet einen Vertrauensverlust in demokratische Institutionen, von dem rechtspopulistische Parteien wie die AfD profitieren. Auch Wolfgang Denzler, der Hintergrundwissen vermittelnde Publikationen bespricht, beobachtet, dass energiepolitische Debatten von großer Relevanz sind und nicht selten polemisch geführt werden. Am Beispiel der Schweizer Energiepolitik untersucht Philipp Lange unterschiedliche Modi und Dimensionen von Governance und verdeutlicht deren Stärken und Schwächen. Seine Fallstudien deuten nicht darauf hin, dass bestimmte Formen von Governance besser für die Nachhaltigkeitssteuerung geeignet wären als andere.

Martin Repohl weist in einer Sammelrezension auf zwei Publikationen hin: Während Thomas Unnerstall eine seiner Meinung nach kompakte und verständliche Einführung in die aktuelle Entwicklung der Energiewende bietet und einerseits Befürchtungen sowie Vorurteile widerlegt, spart er andererseits nicht mit Kritik an Ausgestaltungsfehlern. In dem von Lars Holstenkamp und Jörg Radtke edierten Handbuch wird ein Überblick über die gesellschaftliche Partizipation gegeben – sie gilt als wesentlicher Faktor für das Gelingen der Energiewende. Über den Ausstieg aus der Kohle berichtet Florence Schulz, sie vermittelt einen Überblick zu Inhalt, Kritik und den nächsten Schritten des Plans der Kohlekommission, die im Januar 2019 ihre Vorschläge präsentiert hat.

Nach Ansicht von Claudia Kemfert und Jörg Radtke könne die Energiewende als Friedensprojekt dienen, denn der Kampf um die Ressourcen verliere eine Grundlage, wenn die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen verloren gehe. Der Ausbau erneuerbarer Energien als dezentrale Energieerzeugung schaffe in allen Regionen der Welt Wohlstand.

 

Das Themendossier wird laufend durch weitere Beiträge ergänzt werden.

 

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