Christian Dömich

Deutscher Neokonservatismus. Eine Rekonstruktion ausgewählter Bereiche am Beispiel Hermann Lübbes

Marburg: Tectum Verlag 2007; 120 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-9439-6
Der Autor fragt nach den Zusammenhängen zwischen den übergeordneten Normen und den abgeleiteten Zielen des deutschen Neokonservatismus. Er versteht dabei diesen Begriff ausdrücklich wertneutral, im Mittelpunkt stehen die Schriften Lübbes als wichtigstem Vertreter dieser Denkschule. Bearbeitet wird die Frage nach den Zusammenhängen an den Aussagen über die Gesellschafts- und die Staatstheorie, auf einigen Seiten wird zudem nach Bezügen des Neokonservatismus in den Texten von u. a. Hegel und Nietzsche gesucht. Die Befunde bleiben eher allgemein, so in der Bestandsaufnahme, dass es eines der zentralen neokonservativen Anliegen sei, die „Legitimität des Staates gegenüber den Bürgern“ (72) zu sichern, oder in der Feststellung, dass „ein Antagonismus von Elite und Masse kennzeichnend für neokonservatives Denken“ (61) sei. Dömich definiert zusammenfassend den Inhalt des Neokonservatismus als „eine gefestigte Zivilreligion“ (107). Insgesamt eröffnet diese Studie nur einen knappen Einblick in neokonservatives Denken, dessen Einfluss auf die Entwicklung der Bundesrepublik oder den Widerstreit mit der Frankfurter Schule werden nicht thematisiert.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.46 | 5.43 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Christian Dömich: Deutscher Neokonservatismus. Marburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29198-deutscher-neokonservatismus_34526, veröffentlicht am 29.07.2008. Buch-Nr.: 34526 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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