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Seyran Ateş

Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können

Berlin: Ullstein 2007; 282 S.; 2. Aufl.; geb., 18,90 €; ISBN 978-3-550-08694-6
Die Feststellung, die bisherige als politisch korrekt empfundene Form des „Multikulti“ sei nichts als organisierte Verantwortungslosigkeit, stellt die türkischstämmige Autorin und Rechtsanwältin Ateş ihrem Buch gleich voran. Aufgegriffen werden Themen, mit denen die engagierte Anwältin immer wieder persönlich konfrontiert worden ist und die regelmäßig für Aufregung in der deutschen Öffentlichkeit sorgen. Dazu zählen etwa Zwangsheiraten, sogenannte Ehrenmorde oder häusliche Gewalt gegen Frauen in Familien mit Migrationshintergrund. Angesprochen werden auch Themen wie der Kopftuchstreit und die Frage der rechtlichen Stellung der Scharia in Deutschland. Angereichert werden die Darstellungen durch ein grundsätzliches Kapitel über Sexualität im Islam, die Rolle dieser Religion in Deutschland und die Konsequenzen für die Bildungspolitik sowie die Debatte um Leitkulturen. Wegen ihres Plädoyers für die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Realitäten des Islams in Deutschland und ihrer kompromisslosen Haltung gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten aus religiöser Überzeugung wurde die Autorin immer wieder mit Anschuldigungen und sogar Anschlägen konfrontiert – in diesem Lichte erscheint ihr Buch umso bedeutender.
Carsten Michael Nickel (CMN)
B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Carsten Michael Nickel, Rezension zu: Seyran Ateş: Der Multikulti-Irrtum. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/28706-der-multikulti-irrtum_33849, veröffentlicht am 24.06.2008. Buch-Nr.: 33849 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken