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Claus Offe (Hrsg.)

Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003; 304 S.; kart., 24,90 €; ISBN 3-593-37286-X
Nicht nur unkonsolidierte und illiberale Demokratien, etwa in Osteuropa oder Lateinamerika, sind verbesserungswürdig. Auch für etablierte Demokratien stellt sich immer wieder die Frage nach ihrer Qualität und Leistungsfähigkeit. Die Autoren, „repräsentative Vertreter der Politikwissenschaft und des Öffentlichen Rechts" (18), entwerfen institutionelle Reformperspektiven mit der Absicht, den Qualitätsdefiziten auch der etablierten, liberalen Demokratie abzuhelfen. Die Beiträge wurden 2002 im Wissenschaftszentrum Berlin im Rahmen einer Vortragsreihe präsentiert und für diese Publikation überarbeitet. Offe fasst die vorgestellten demokratiereformerischen Ansätze in drei Hauptrichtungen zusammen: Anzustreben sei die Stärkung direktdemokratischer Innovationen, die Reform der Strukturen und Prozesse repräsentativer Kollektivakteure (wozu eine Neuordnung des Föderalismus gehören könnte) sowie die Stärkung autonomer, sachverständiger Gremien (z. B. nach dem Muster des Bundesverfassungsgerichts). Nicht ausgeblendet wird die „notorische kognitive Überforderung der Bürger" (13) angesichts der komplexen Entscheidungen, die beim autonomen und selbstgewissen Gebrauch der bürgerlichen Freiheit entmutigen können. Aus dem Inhalt: Claus Offe: Einleitung: Reformbedarf und Reformoptionen der Demokratie (9‑23) I. Demokratiereform: Erfahrungen, Kriterien, Aussichten Klaus von Beyme: Demokratiereform als Reform der parlamentarischen Parteiendemokratie (27‑42) Wolfgang Merkel: „Eingebettete" und defekte Demokratien: Theorie und Empirie (43‑71) Michael Th. Greven: Sind Demokratien reformierbar? Bedarf, Bedingungen und normative Orientierungen für eine Demokratiereform (72‑91) II. Die Ermächtigung der Stimmbürger Heidrun Abromeit: Nutzen und Risiken direktdemokratischer Instrumente (95‑110) Manfred G. Schmidt: Lehren der Schweizer Referendumsdemokratie (111‑123) Claus Leggewie / Christoph Bieber: Demokratie 2.0. Wie tragen neue Medien zur demokratischen Erneuerung bei? (124‑151) Philippe C. Schmitter: Wie könnte eine „postliberale" Demokratie aussehen? Skizzenhafte Vermutungen und Vorschläge (152‑165) III. Die Neujustierung der Beziehung zwischen Institutionen Arthur Benz: Demokratiereform durch Föderalisierung? (169‑192) Dieter Grimm: Lässt sich die Verhandlungsdemokratie konstitutionalisieren? (193‑210) Gerd Grözinger: Die „Vereinigten Parlamente von Europa" und weitere Überlegungen zur subsidiären Demokratie (211‑231) Michael Zürn: Global Governance in der Legitimationskrise? (232‑256) IV. Wider die Deformation demokratischen Machtgebrauchs Ulrich K. Preuß: Die Bedeutung kognitiver und moralischer Lernfähigkeit für die Demokratie (259‑280)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 2.22 | 2.5 | 5.41 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Claus Offe (Hrsg.): Demokratisierung der Demokratie. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/18727-demokratisierung-der-demokratie_21727, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21727 Rezension drucken