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Kurt Imhof / Roger Blum / Heinz Bonfadelli / Otfried Jarren (Hrsg.)

Demokratie in der Mediengesellschaft

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006 (Mediensymposium Luzern 9); 384 S.; brosch., 44,90 €; ISBN 978-3-531-15299-8
Der Titel des Bandes ist gleichzeitig eines der in den letzten Jahren am häufigsten diskutierten Themen innerhalb der Kommunikationswissenschaft. Die vier Herausgeber versuchen in der Einleitung, diesen Zusammenhang zwischen Demokratie und medialer Kommunikation herzuleiten, indem sie zunächst die Idee der Demokratie und ihre Maßstäbe diskutieren, um anschließend auf die „relevanten strukturellen und kulturellen Entwicklungsdynamiken“ einzugehen, „die die Bedingungen demokratischer Selbstregulation verändern.“ (10). Dabei identifizieren sie drei Differenzierungen: die funktionale Differenzierung in Gestalt der Ausbildung eines Mediensystems mit diversen impliziten Logiken, die stratifikatorische und die segmentäre Differenzierung in Form tief greifender gesellschaftlicher Veränderungen. Diese Ausdifferenzierungen sollten zudem nach Ansicht der Herausgeber auf der Mikro-, Meso- und Makro-Ebene untersucht werden. Dies unternehmen die in dem Band versammelten Autoren unter den Zwischenüberschriften „Neue Interdependenzen von Politik und Medien“, „Entgrenzung der Wirtschaft – Entgrenzung der Politik“ sowie „Klüfte: Partizipationsbefähigung und Motivation“. Vor allem der erste und der letzte Teil sind für Politikwissenschaftler interessant, werden doch darin beispielsweise Wechselwirkungen zwischen medialisiertem Wahlkampf und Wählerverhalten, Typen neuer Kommunikationsdienstleister in der Politik oder die Auswirkungen sozialstruktureller Faktoren auf die Mediennutzung sowie die Nutzung des Internets als Chance politischer Partizipation diskutiert. Das hochgesteckte Ziel, alle oben aufgezeigte Ebenen einzubeziehen, wird nicht in allen Aufsätzen in einer qualitativ ansprechenden Art und Weise erreicht. Als Einstieg in die Problematik und (in vielen Fällen) als Möglichkeit, aktuelle Diskussion kennen zu lernen, ist das Buch jedoch auch für fortgeschrittene Studierende und Dozierende der Politikwissenschaft interessant.
Bernd Schlipphak (SCH)
M. A., wiss. Universitätsassistent, Abteilung Politikwissenschaft, Universität Salzburg.
Rubrizierung: 2.22 | 2.333 Empfohlene Zitierweise: Bernd Schlipphak, Rezension zu: Kurt Imhof / Roger Blum / Heinz Bonfadelli / Otfried Jarren (Hrsg.): Demokratie in der Mediengesellschaft Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/27789-demokratie-in-der-mediengesellschaft_32635, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32635 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken