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Peter Collin / Thomas Horstmann (Hrsg.)

Das Wissen des Staates. Geschichte, Theorie und Praxis

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2004 (Rechtspolitologie 17); 498 S.; geb., 78,- €; ISBN 3-8329-0889-7
Der Band versammelt interdisziplinäre Beiträge zur Rolle des Staates in der Wissensgesellschaft. Ausgangspunkt ist der Befund, dass die Bedeutung von Wissen als Ressource staatlichen Handelns im Gegensatz zum Wissen der Gesellschaft in der aktuellen Staatsdiskussion kaum thematisiert wird. Dabei steht die Wirkung von komplexen Reformprozessen auf staatliches Wissen im Vordergrund. Diese Blickrichtung erhält ihre besondere Relevanz vor dem Hintergrund der anhaltenden Kontroverse um Steuerungsfähigkeit und Begrenzung des Staates auf Kernkompetenzen. Die systematische Annäherung an das Thema erfolgt in zwei Untersuchungssträngen: zunächst durch theoretische und historische Beiträge, die sich mit Verständnissen und Entstehungsprozessen des Staates sowie seiner Wissensgenerierung mittels Akten, Archiven und Politikberatung auseinander setzen; dann durch verwaltungswissenschaftliche Beiträge, die das Wissensmanagement und Nichtwissen in der öffentlichen Verwaltung unter Einschluss der Ökonomisierung von Wissen problematisieren. Aus dem Inhalt: Peter Collin / Thomas Horstmann: Das Wissen des Staates - Zugänge zu einem Forschungsthema (9-38) I. Staatsbilder und Staatsverständnisse Cornelia Vismann: Was weiß der Staat noch? (41-45) Kai-Olaf Hesse: Akten - zur Phänomenologie staatlichen Wissens. Ein Bildessay (47-63) Achim Landwehr: Zur Naturalisierung von Wissen und Staat. Wissensgeschichte in kritischer Absicht (65-71) Birger P. Priddat: 2nd-order-democracy. Politikprozesse in der Wissensgesellschaft (72-89) Jochen Steinbicker: Der Staat der Wissensgesellschaft. Zur Konzeption des Staats in den Theorien der Wissensgesellschaft (90-120) II. Staatsbildungsprozesse Jörg Peltzer: Wissen und Ausbildung frühstaatlicher Strukturen: Der Fall England im Hochmittelalter (123-148) Karin Gottschalk: Wissen über Land und Leute. Administrative Praktiken und Staatsbildungsprozesse im 18. Jahrhundert (149-174) Friso Ross: Arbeit am Wissen: Zentralstaat, lokale Information und soziale Strategien (Spanien, 1830-1930) (175-192) III. Verwissenschaftlichungsprozesse Alexander Pinwinkler: Amtliche Statistik, Bevölkerung und staatliche Politik in Westeuropa ca. 1850-1950 (195-215) Wilfried Rudloff: Verwissenschaftlichung der Politik? Wissenschaftliche Politikberatung in den sechziger Jahren (216-257) IV. Komplexität, Ungewissheit, Nichtwissen Gesine Hofinger: Administratives Wissen und komplexe Verwaltungsentscheidungen. Anforderungen an staatliches Handeln aus der Sicht der Psychologie am Beispiel der Etablierung eines Biosphärenreservats (261-285) Uwe Zepf: Informationsflut in der Planungsverwaltung (286-308) Peter Wehling: Ungeahnte Risiken. Das Nichtwissen des Staates - am Beispiel der Umweltpolitik (309-332) V. Reformprozesse: Wissensorganisation und Wissensmanagement Veith Mehde: Rechtliche Deutungsmuster des Wissensgefälles zwischen Politik und Verwaltung (335-360) Lothar Beyer: Aus dem Aktenkeller in die Wissensspirale. Brauchen öffentliche Verwaltungen ein neues Wissensmanagement? (361-387) Harald Mehlich: Von der Offline-Verwaltung zum eGovernment. Perspektiven für Wissensmanagement und informelle Organisation in virtuellen Verwaltungsstrukturen (388-411) VI. Reformprozesse: Ökonomisierung des Wissens? Alfred Reichwein: Strategische Steuerung auf kommunaler Ebene. Neue Steuerung braucht neues Wissen (415-433) Alessandro Pelizzari: Entpolitisiertes Verwaltungswissen: Ökonomisierungstendenzen am Beispiel des Zürcher Spitalwesens (434-457) Lothar Becker: Eingespartes Wissen. Die Verlagerung von Aufgaben auf kommunale Unternehmen in Privatrechtsform (458-467) Katharina Peters: Welches Wissen brauchen wir? Ein Streitgespräch über betriebswirtschaftliche Methoden in der öffentlichen Verwaltung (468-496)
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 5.41 | 2.61 | 5.2 | 2.5 | 2.341 | 2.325 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Peter Collin / Thomas Horstmann (Hrsg.): Das Wissen des Staates. Baden-Baden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/22719-das-wissen-des-staates_25932, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25932 Rezension drucken