Skip to main content
Thomas Goll (Hrsg.)

Bildung für die Demokratie. Beiträge von Politikdidaktik und Demokratiepädagogik

Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2011 (Dortmunder Schriften zur Politischen Bildung); 125 S.; 11,- €; ISBN 978-3-39974747-8
Immer noch ist das Wort der Politikverdrossenheit weit verbreitet und zeigt in seiner Aktualität die vorhandenen Akzeptanzdefizite auf, mit denen sich unser politisches System in Teilen der Bevölkerung auseinandersetzen muss. Auch aufgrund dieser Problemlagen ist die Frage der Vermittlung von Demokratie als Aufgabe politischer Bildung ein Thema, dem eine immense Bedeutung attestiert werden muss. Der hierzu betriebenen wissenschaftlichen Diskussion über die bestmögliche Weise, „Demokratielernen“ (9) zu betreiben, ist dieser Band gewidmet. In der Diskussion wird versucht, zwei prägnante Standpunkte dieser Thematik, die Demokratie-Pädagogik und die politische Bildung, aus einer sich gegenüberliegenden Stellung hin auf die Erörterung gemeinsamer Möglichkeiten zu lenken. „[A]ber gibt es ein Mit- statt nur ein Neben- oder gar Gegeneinander?“(10) lautet daher die zentrale Fragestellung. Christoph Schuck setzt sich in seinem Beitrag mit der empirischen Erfassbarkeit von Demokratie auseinander und zeigt auf, dass Demokratie in ihrer Akzeptanz stark sowohl vom Level des Outputs als auch des Inputs abhängig ist. So kann es nicht erstaunen, dass nicht überall Demokratie per se als beste Staatsform bewertet wird. Peter Massing und Wolfgang Beutel diskutieren jeweils die Möglichkeiten der Demokratie-Pädagogik und der politischen Bildung hinsichtlich des angestrebten Demokratielernens. Beide kommen zu der Einsicht, dass aufgrund der zunehmenden Komplexität des Politischen beide Methodiken herangezogen und miteinander verknüpft werden sollten. Hierzu wäre es unter anderem nach Eva-Maria Schauenberg hilfreich, auch die persönliche Ebene des Politischen besser zu veranschaulichen. So können in der Bildung vermittelte Werte wie Toleranz, Höflichkeit und Rücksichtnahme auch in die Bewertung politischer Vorgänge implementiert werden, um in der Vermenschlichung des Politischen überzogene Erwartungshaltungen abzubauen. Goll selber weist abschließend auf die unterschiedlichen Stärken der Konzepte hin. Während die Demokratie-Pädagogik soziales Lernen fördert, wird in der politischen Bildung die Kompetenz des Urteilens betont. Beide Aspekte sind für ein gelungenes Demokratielernen unabdingbar.
Arne Arps (AA)
M. A., Doktorand der Politikwissenschaft, Universität Vechta.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Arne Arps, Rezension zu: Thomas Goll (Hrsg.): Bildung für die Demokratie. Schwalbach/Ts.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/34558-bildung-fuer-die-demokratie_41509, veröffentlicht am 22.12.2011. Buch-Nr.: 41509 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken