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Klemens H. Schrenk / Markus Soldner (Hrsg.)

Analyse demokratischer Regierungssysteme. Festschrift für Wolfgang Ismayr zum 65. Geburtstag

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010; 636 S.; geb., 69,90 €; ISBN 978-3-531-16309-3
Der seit 1995 an der TU Dresden lehrende Politikwissenschaftler Wolfgang Ismayr ist vor allem durch seine Arbeiten zum Bundestag sowie durch die Herausgabe umfangreicher Handbücher zu den politischen Systemen in West- und Osteuropa bekannt. Die aus rund 35 Beiträgen bestehende Festschrift spiegelt dies in ihrer Konzeption mit den folgenden drei Rubriken wider: Teil I : „Theorien, Methoden, Ansätze und Typologien der Regierungssystemanalyse“; Teil II : „Analyse des deutschen Regierungssystems“ und Teil III: „Analyse und Vergleich europäischer Regierungssysteme“. Nun sind Festschriften immer auch bunte Mischungen, die zum Stöbern einladen, da sie zumeist keiner in sich völlig geschlossenen Systematik folgen. Wie man hier fündig wird, ist daher sehr subjektiv. Gleichwohl ist der vorliegende Band gerade kein „Sammelsurium“, sondern mit seiner Zielrichtung der Analyse demokratischer Systeme klar ausgerichtet und eher als Kompendium strukturiert. Neben den aktuellen Kontroversen um „Semi-Präsidentialismus“ (Markus Soldner), „Lijpharts Mehrheits- und Konsensusdemokratien“ (Hans-Joachim Lauth) oder um die „defekten Demokratien“ (Aurel Croissant) sind in diesem Sinne dann im zweiten Teil eine Reihe von Beiträgen hervorzuheben, die sich auf eher selten thematisierte Macht- und Funktionsbereiche parlamentarischen Regierens beziehen: Bundeskanzleramt (Thomas Knoll), Parlament und Kunst (Karl-Siegbert Rehberg), Parlamentarischer Staatssekretär (Hermann Groß/Jörg Bohnefeld), Parlamentarische Geschäftsführer (Sönke Petersen), Fraktionsarbeitskreise (Jürgen von Oertzen) und Fraktionsmitarbeiter (Helmar Schöne). Im dritten Teil gilt das etwa für den Beitrag „Verfassungsgerichte als Demokratie-Versicherung?“. Silvia von Steinsdorff nimmt hier einen Vergleich zur verfassungsgerichtlichen Praxis zwischen westlichen (Deutschland, Frankreich, USA) und osteuropäischen Staaten, die eine Verfassungsgerichtsbarkeit neu eingerichtet haben (Bulgarien, Polen, Rumänien, Russland und Ungarn), vor.
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 1.3 | 2.2 | 2.21 | 2.22 | 2.32 | 2.321 | 2.322 | 2.325 | 2.5 | 2.61 | 3.1 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Klemens H. Schrenk / Markus Soldner (Hrsg.): Analyse demokratischer Regierungssysteme. Wiesbaden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30721-analyse-demokratischer-regierungssysteme_36487, veröffentlicht am 28.01.2010. Buch-Nr.: 36487 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken