Portal für Politikwissenschaft

Die SED

Andreas Malycha

Die SED. Geschichte ihrer Stalinisierung 1946-1953

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2000; 541 S.; geb., 98,- DM; ISBN 3-506-75331-2
Der umfangreiche Band ist Ergebnis eines von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projektes im Förderschwerpunkt "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts". Er versteht sich als "eine Studie zur Veränderung von Wesen, Charakter und Struktur einer autoritären Partei unter den restriktiven Bedingungen sowjetischer Besatzungsherrschaft" (48) und will als "Organisationsgeschichte" (43) die Lücke schließen, die der Autor hier trotz der umfangreichen Literatur zur Geschichte der DDR und der SED für den Untersuchungszeitraum ausmacht. Unter historischem Blickwinkel wird eine Vielzahl von Fragestellungen behandelt. Den Schwerpunkt der Untersuchung bildet dabei in vielen Fragen, etwa der der innerparteilichen Konflikte oder der der Parteisäuberungen, die Kreis- und Landesebene. Inhaltsübersicht: II. Die Gründung der SED 1945/46: 1. Erste Formen der Kooperation und die Legalisierung von KPD und SPD im Juni/Juli 1945; 2. Die Auseinandersetzungen um die Bildung der Einheitspartei (September 1945-April 1946); 3. Programmatische und strukturelle Standortbestimmungen. III. Schleichende Stalinisierung 1946-1948: 1. Angriffe auf das Organisationsgefüge der Partei; 2. Innerparteiliche Konflikte und Debatten in den Landesvorständen 1946-1948; 3. Die Anfänge der innerparteilichen Schulung; 4. Die Illusion der Einheit; 5. Die Wahlen in den Parteigremien im Sommer/Herbst 1947; 6. Im Zeichen des "internationalen Klassenkampfes": Der zweite Parteitag 1947; 7. Spürbare Zerfallserscheinungen: Der innere Zustand der Partei. IV. Forcierte Stalinisierung: "Die Partei neuen Typus" 1948-1950: 1. SED und Kalter Krieg; 2. Politisch-historische Prämissen des stalinistischen Parteikonzepts; 3. Zentrale Vorstandsbeschlüsse und Funktionswandel der SED unter veränderten innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen; 4. Veränderte Führungsstrukturen und neues Parteistatut 1949/50; 5. Folgen der Gleichschaltung: Anpassung, Verweigerung und Rückzug aus parteipolitischer Bindung; 6. Grenzen der Stalinisierung: Die ungeliebte Parteibasis; 7. Die Parteiwahlen von 1949; 8. Die SED und die Gründung der DDR. V. Die Parteisäuberungen 1948-1951: 1. Die Gründung der Parteikontrollorgane; 2. "Sozialdemokratismus" als Hilfsmittel: Die Gleichschaltung der Partei; 3. Kommunisten im Räderwerk der Säuberungen; 4. Der Höhepunkt der Säuberungen: Die Parteiüberprüfung von 1951. VI. Vollendete Stalinisierung: Strukturelle Einschnitte in Partei und Gesellschaft: 1. Umbrüche in der "Kaderpolitik"; 2. Die Auflösung der Landesverbände 1952; 3. Der Aufbau des Sozialismus. VII. Die SED und der 17. Juni 1953: 1. Im Sog sowjetischer Deutschlandpolitik; 2. Herrschaftskrise und Krisenbewältigung; 3. Erneuerung der Partei? VIII. Die Mitgliederbewegungen von 1946 bis 1953.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Andreas Malycha: Die SED. Paderborn u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/8514-die-sed_11215, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11215 Rezension drucken

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