Portal für Politikwissenschaft

Die Messung von Werten

Florian Michael Bader

Die Messung von Werten. Unter der besonderen Berücksichtigung von offenen Frageformaten

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2015 (Schriftenreihe der Sektion Methoden der Politikwissenschaft der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft); 307 S.; 54,- €; ISBN 978-3-8487-2661-5
Diss. Friedrichshafen. – Werte spielen im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Forschung eine bedeutsame Rolle für die Erklärung von politischen Einstellungen und politischem Verhalten. Zur Erhebung von Werten existieren verschiedene Verfahren, deren Analyse den Schwerpunkt der Dissertation von Florian Michael Bader bildet. Er untersucht, „welche Verfahren dazu geeignet sind, individuelle und gesellschaftlich wichtige Werte zu erheben“ (12). Dabei befasst sich der Autor insbesondere mit der Erhebung von Werten durch offene Frageformate, da diese aus seiner Sicht „ein besonders starkes Argument für die Gültigkeit einer Theorie darstellen“ (12). Zunächst werden Eigenschaften, Funktionen und Strukturen von Werten erörtert, wobei für diese Studie die Wertetheorie von Shalom H. Schwartz grundlegend ist. Während sich Bader im dritten Kapitel den unterschiedlichen Möglichkeiten der Messung von Werten widmet, konzentriert er sich im anschließenden Kapitel auf die Datenerhebung mit offenen Fragen. Auf Basis der Daten des Ethikmonitors 2006 werden solcherart erhobene Wertetypen hinsichtlich ihrer Häufigkeit, Struktur und Interdependenz untersucht (unter anderem Frequenzanalyse und Netzwerkanalyse). Die Ergebnisse der offenen Werteabfrage vergleicht Bader dann mit zwei weiteren Instrumenten, den geschlossenen Frageformaten Chipspiel und Itembatterie. Im sechsten Kapitel analysiert er die soziodemografischen Determinanten der erhobenen Werte im Rahmen eines Methodenvergleichs (offene Abfrage versus Itembatterie), während er im darauffolgenden Kapitel den Einfluss von Werten in Bezug auf die Absicht, eine Partei zu wählen, sowie hinsichtlich der Einstellungen der deutschen Bevölkerung zum Thema Umverteilung betrachtet. Hierbei wird beispielsweise deutlich, dass – unabhängig von der Art des Erhebungsinstrumentes – die Befragten soziale Werte vor allem in besonders ungleichen Situationen aktivieren. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Datenerhebung von Werten mittels offener Fragen durchaus ihre Berechtigung hat und in nationalen Surveys berücksichtigt werden sollte.
Christoph Mohamad-Klotzbach, M. A., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung, Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Rubrizierung: 1.2 Empfohlene Zitierweise: Christoph Mohamad-Klotzbach, Rezension zu: Florian Michael Bader: Die Messung von Werten. Baden-Baden: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39643-die-messung-von-werten_48241, veröffentlicht am 28.04.2016. Buch-Nr.: 48241 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...