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Jahrbuch für öffentliche Finanzen 2015

Martin Junkernheinich / Stefan Korioth / Thomas Lenk / Henrik Scheller / Matthias Woisin (Hrsg.)

Jahrbuch für öffentliche Finanzen 2015

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2015 (Schriften zur öffentlichen Verwaltung und öffentlichen Wirtschaft 232); 500 S.; 79,- €; ISBN 978-3-8305-3530-0
Das Jahrbuch für öffentliche Finanzen wird vom Herausgeberteam seit 2009 veröffentlicht. Es stellt, dem Titel entsprechend, für die sechzehn Bundesländer die Finanz‑ und Haushaltslage des Vorjahres dar. Über die Hälfte des Buches macht deshalb der Länderfinanzbericht aus. In ihm werden die Landeshaushalte vom Entwurf bis zum Haushaltsvollzug beschrieben und analysiert. Ergänzend kommen Fachbeiträge zur Haushaltsentwicklung sowie zur deutschen Finanz‑ und Steuerpolitik hinzu. Einleitend wird im Länderfinanzbericht die gesamtwirtschaftliche Situation beschrieben: „Auf zwei wirtschaftlich unerwartet ruhige Jahre folgte 2014 endlich der lange angekündigte Aufschwung.“ Um immerhin 1,6 Prozent wuchs das Bruttoinlandsprodukt. Auch der Staatssektor erzielte 2014 „einen historisch beispiellosen Überschuss in Höhe von 18 Mrd. €“ (18). Die zahlreichen Details, Hintergründe, weitergehenden Fragestellungen und die unzähligen statistischen Zusammenhänge, die mit diesen Kennzahlen verbunden sind, werden von den Autor_innen ausführlich erörtert. Hubert Schulte kann über Sachsen berichten, dass das östliche Bundesland im Ländervergleich bei zentralen Werten zu Verschuldung und Zinsaufwendungen inzwischen sogar besser dasteht als Bayern. Auch bei der Risikosorge seien die Sachsen vorbildlich, die Einwohnerentwicklung fiel mit 7.000 neu hinzugekommenen Menschen positiv aus. Vor allem die Städte wuchsen, während die Landkreise weiter schrumpften. Schulte rechnet außerdem mit einem weiterhin guten Haushaltsverlauf. Anke Hoesterman konstatiert für Mecklenburg‑Vorpommern dagegen nur eine „langsame Erholung“ (146). Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosigkeit sind aber auch hier zu verzeichnen, wobei die Arbeitslosenquote weiterhin die höchste im Bundesgebiet bleibt. Aber auch in Mecklenburg‑Vorpommern ist seit vielen Jahren das erste Mal ein minimaler Bevölkerungszuwachs von 0,1 Prozent festzustellen.
Wolfgang Denzler, Diplom-Journalist, B. A., Politikwissenschaftler, M. Sc., Nachhaltigkeitswissenschaftler.
Rubrizierung: 2.32.3253.52.2622.342 Empfohlene Zitierweise: Wolfgang Denzler, Rezension zu: Martin Junkernheinich / Stefan Korioth / Thomas Lenk / Henrik Scheller / Matthias Woisin (Hrsg.): Jahrbuch für öffentliche Finanzen 2015 Berlin: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/39083-jahrbuch-fuer-oeffentliche-finanzen-2015_47590, veröffentlicht am 12.11.2015. Buch-Nr.: 47590 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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