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Jahrbuch des Föderalismus 2014

Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung Tübingen (Hrsg.)

Jahrbuch des Föderalismus 2014. Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Jahrbuch des Föderalismus 2014 – Band 15); 517 S.; geb., 99,- €; ISBN 978-3-8487-1708-8
Gleich wer sich mit Föderalismus befasst – in Wissenschaft, Studium oder Verwaltung – kommt am bewährten „Jahrbuch des Föderalismus“, das seit nun 15 Jahren vom Europäischen Zentrum für Föderalismus‑Forschung in Tübingen herausgegeben wird, nicht vorbei. Die gewohnte Struktur ist auch in der diesjährigen Edition beibehalten worden, die 32 Beiträge erlauben einen breiten Überblick über aktuelle Tendenzen und Entwicklungen. Schwerpunktthema dieses Bandes ist das 25‑jährige Jubiläum der deutschen Einheit. Die Integration der neuen Länder in die Bundesrepublik funktionierte gut, so der Eindruck, was erstaunlich ist, denn hier ging es um nichts anderes als um die Neugestaltung der Machtverhältnisse und die Frage der Lastenteilung. „Der Föderalismus jedenfalls hat durch die Integrierung der neuen Länder in den Bundesrat einen entscheidenden Beitrag zur Herstellung der inneren Einheit Deutschlands geleistet“ (Ute Müller, 44). In den europäischen Länderberichten werden aktuelle Entwicklungen in bewährter Weise behandelt. In Frankreich, so zeigt Gregor Halmes auf, hat zunächst eine kohärente Dezentralisierung, die das „mille‑feuille“ der sich überlappenden Gebietskörperschaften und Kompetenzen beenden würde, weiter auf sich warten lassen – was „symptomatisch für die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit unter Präsident Hollande im Allgemeinen zu sein“ schien. Die nunmehr erfolgte Territorialreform könnte aber einen „big bang territorial“ (317) eingeleitet haben. Gabriele Abels und Frieder Oesterle erörtert den Entwurf der fraktionsübergreifenden Spinelli‑Gruppe des Europäischen Parlaments für ein europäisches Grundgesetz, womit wichtige Anregungen für eine weitergehende Reform der Europäischen Union im Zeichen föderalistischer Strukturen vorgelegt worden sind. Der Band schließt mit aktuellen Rezensionen. Aufgrund der thematischen Breite und der Qualität der Beiträge ist das Jahrbuch die beste deutschsprachige Quelle zum Thema Föderalismus. Aufsätze aus der englischen oder französischen Forschung sucht man – klammert man den einzigen englischsprachigen Beitrag von Charlie Jeffrey aus – leider vergebens, hier wäre künftig mehr Vielfalt wünschenswert.
Fabrice Gireaud, Dr., Politikwissenschaftler und Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Vechta.
Rubrizierung: 2.3252.3153.52.215.412.612.652.42.5 Empfohlene Zitierweise: Fabrice Gireaud, Rezension zu: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung Tübingen (Hrsg.): Jahrbuch des Föderalismus 2014. Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38679-jahrbuch-des-foederalismus-2014_47336, veröffentlicht am 23.07.2015. Buch-Nr.: 47336 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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