Portal für Politikwissenschaft

The End of Cheap Labour?

Florian Butollo

The End of Cheap Labour? Industrial Transformation and "Social Upgrading" in China

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2015 (International Labour Studies 9); 400 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-593-50177-2
Diss. Frankfurt a. M.; Begutachtung: B. Lüthje. – Florian Butollo geht von der Hypothese aus, dass sich Chinas Wirtschaft nur dann stabilisieren und nachhaltig weiterentwickeln kann, wenn es zu massiven Lohnanpassungen kommt. Während gegenwärtig die Wirtschaft noch allzu stark von Exporten und ausländischen Investitionen abhänge, müsse vielmehr die Binnennachfrage gestärkt werden, was im Zuge von Lohnanpassungen auch zu sozialen Konsolidierungsprozessen führen müsse. Derzeit, so Butollo, verfolge die chinesische Regierung eine auf zwei Säulen basierende Strategie, um eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaft zu erreichen. Auf der einen Seite gehe es darum, grundlegende Rahmenbedingungen zu verändern, was es etwa in Form der Einführung von Mindestlohnstandards oder flächendeckender Sozialversicherungssysteme geschehe. Auf der anderen Seite seien Bemühungen zu beobachten, die auf die Stärkung von Innovation, Komplexität und Qualität der einheimischen Industrie und ihrer Fertigungsprozesse abzielten. Butollo untersucht, wie genau diese beiden Säulen binnenökonomischer Konsolidierung harmonieren. Im Zuge intensiver Literaturrecherchen und eigener Erhebungen in Form von 64 semi‑strukturierten Interviews kommt er – mit Blick auf die von ihm berücksichtigten Fälle, die LED‑ sowie Teile der Bekleidungsindustrie im Perlflussdelta, – unter anderem zu dem Schluss, dass insbesondere die Versuche des „industriellen Upgradings“ scheitern. Denn diese tragen kaum zu den erwünschten Veränderungen, etwa in Form qualitativer Verbesserung der Arbeit hinsichtlich Ausbildung und Training, der Entlohnung oder der Arbeitsbedingungen als solcher, bei. Stattdessen werden auch hochkomplexe Arbeitsprozesse mit einer großen Anzahl gering oder kaum qualifizierter Arbeitskräfte umgesetzt. Dennoch führen die gestiegenen Löhne immerhin zu den gewünschten gesamtwirtschaftlichen Effekten. Von einer insgesamt positiven Entwicklung kann nach Ansicht des Autors jedoch keine Rede sein: „Das Versagen des sozialen Upgradings in der chinesischen Industrie stellt [...] ein Hindernis für die Veränderung der chinesischen Wirtschaft hin zu einem nachhaltigen Pfad der Entwicklung dar.“ (25)
Matthias Lemke, Dr. phil. habil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.682.2622.22 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Florian Butollo: The End of Cheap Labour? Frankfurt a. M./New York: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38566-the-end-of-cheap-labour_46819, veröffentlicht am 25.06.2015. Buch-Nr.: 46819 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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