Portal für Politikwissenschaft

The Influence of EU Member States on European Neighbourhood Policy

Christine Normann

The Influence of EU Member States on European Neighbourhood Policy. A Comparative Analysis of Germany, France and Poland

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014; 564 S.; brosch., 89,- €; ISBN 978-3-8487-1415-5
Diss. Trier und Paris; Begutachtung: G. Mink, K. Ziemer. – Seit 2004 bildet die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) den Kern der Bemühungen der Europäischen Union (EU), die Außenbeziehungen zu den Nachbarstaaten in Osteuropa, der Kaukasusregion und Nordafrika auf eine einheitliche Grundlage zu stellen. Eine besondere Schwierigkeit dabei ist es, die verschiedenen außenpolitischen Konzeptionen der Mitgliedstaaten zu berücksichtigen und auszutarieren. Umgekehrt wirken mitgliedstaatliche Interessen stark auf die konkrete Ausgestaltung der ENP ein. Die Autorin untersucht dieses Spannungsfeld am Beispiel von Initiativen drei maßgeblicher Länder im Rahmen der ENP: Deutschland, Frankreich und Polen mit ihren Ansätzen einer Europäischen Ostpolitik, der Mittelmeerunion und der Östlichen Partnerschaft. Die Analyse geschieht auf einer theoretischen Basis von Ansätzen des Konstruktivismus, des Neuen Institutionalismus und des Europäisierungsparadigmas. Auf der Grundlage von offiziellen Dokumenten und Berichten, der Presseberichterstattung und der Forschungsliteratur analysiert und systematisiert Christine Normann in ihrer Arbeit – die in Text und Anmerkungsapparat stellenweise hätte gestrafft werden können – europa‑ und regionalpolitische Konzepte, deren Implementierung und die dazu nötigen Interaktionsprozesse in den genannten Staaten. Sie identifiziert einen fortbestehenden Mangel kohärenten außenpolitischen Handelns der EU. Diesem könne nur abgeholfen werden, wenn ihre Institutionen einen größeren Einfluss auf die Politik der Mitgliedstaaten erlangten. In Deutschland und besonders in Polen seien solche Ansätze einer Europäisierung der nationalen Politik bereits erkennbar, während Frankreich eher einen intergouvernementalen Ansatz verfolge. Zugleich werden verschiedene Modi eines „Cross‑Loading“ herausgearbeitet, nämlich ein konfrontativ‑erzwungener im Fall der Diskussion über die französischen Vorstellungen einer Mittelmeerunion und ein kooperativ‑freiwilliger im Fall der Östlichen Partnerschaft, deren ursprüngliche Konzeption im polnisch‑schwedischen Austausch fortentwickelt wurde.
Martin Munke, M. A., Europawissenschaftler (Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Europäische Geschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 3.74.214.222.3432.2632.613.63.23.5 Empfohlene Zitierweise: Martin Munke, Rezension zu: Christine Normann: The Influence of EU Member States on European Neighbourhood Policy. Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38190-the-influence-of-eu-member-states-on-european-neighbourhood-policy_46517, veröffentlicht am 19.03.2015. Buch-Nr.: 46517 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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