Portal für Politikwissenschaft

Chinese Rural Banking Situation and the Reform of the Main Rural Financial Supplier Rural Credit Cooperatives

Junhong Meng

Chinese Rural Banking Situation and the Reform of the Main Rural Financial Supplier Rural Credit Cooperatives

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit 14); 191 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8487-1499-5
Diss. Heidelberg; Begutachtung: H. Sangmeister, S. Feuerstein. – Genossenschaftliche Finanzinstitutionen existieren in der Volksrepublik China seit über 60 Jahren, das Konzept aber war aus politischen Gründen lange wenig erfolgreich. Dies änderte sich erst mit den Reformen des staatlichen chinesischen Bankensektors, die in den 1980er‑Jahren einsetzten. Seitdem haben sich die Ländlichen Kreditkooperativen (Rural Credit Cooperatives, RCC), zu denen auch Ländliche Genossenschaftsbanken gehören, in ländlichen Regionen zu den bedeutendsten Finanzdienstleistern entwickelt. Nach Ansicht von Junhong Meng, die in ihrer Dissertation dieses ländliche Bankensystem untersucht, „wird die Entwicklung der RCCs die gesamte finanzielle Situation von Chinas ländlichen Regionen entscheiden“ (26). Angesichts der Tatsache, dass trotz der rapiden Urbanisierung des Landes die Mehrheit der Chinesen weiterhin im ländlichen Raum lebt und dessen Entwicklung eine Zukunftsaufgabe für die Führung sein wird, ist dies eine Feststellung mit einiger Tragweite. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, liefert die Autorin zunächst eine Übersicht über den ländlichen Bankensektor. Dargestellt werden Strukturen, Marktsituation und Angebot, außerdem porträtiert Meng die wichtigsten Staatsbanken des Landes. Auch hier wird deutlich, dass trotz großer Banken wie der Agricultural Bank of China die Ländlichen Kreditkooperativen nun die „wichtigsten Anbieter von Finanzdienstleistungen auf der untersten Verwaltungsebene in ländlichen Räumen sind“ (56). Im zweiten Teil untersucht Meng den Wandel des Systems der Bankenaufsicht und ‑regulierung im Zuge der Gründung der Chinesischen Bankenregulierungskommission im Jahr 2003. Mit diesem neuen risikogewichteten Bankenaufsichtsmodell seien „die Anforderungen des chinesischen Bankensektors in einigen Bereichen sogar strenger […] als internationale Standards“ (102). In diesem Kontext sind die weiteren Reformen der Ländlichen Kreditkooperativen nach Erläuterungen von Meng als Teil der Privatisierung und Kommerzialisierung des ländlichen Finanzsektors zu sehen, wozu auch die Klärung von Eigentumsverhältnissen und eine institutionelle Flexibilisierung gehören. Die Autorin bewertet dies als einen Schritt in die richtige Richtung. Auf die Frage, inwiefern diese nun gewinnorientiert arbeitenden Institutionen am Ende besser auf die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung im Bereich der Finanzdienstleistungen eingehen können, gibt die Autorin keine Antwort, sieht hier allerdings weiteren Forschungsbedarf.
Christian Patz, M.A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften, Fachbereich Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Rubrizierung: 2.68 | 2.21 | 2.263 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Junhong Meng: Chinese Rural Banking Situation and the Reform of the Main Rural Financial Supplier Rural Credit Cooperatives Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/37915-chinese-rural-banking-situation-and-the-reform-of-the-main-rural-financial-supplier-rural-credit-cooperatives_46178, veröffentlicht am 18.12.2014. Buch-Nr.: 46178 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...