Portal für Politikwissenschaft

The 2001 Italian expatriate vote: Was it worth it?

Bruno Mascitelli / Rory Steele / Simone Battiston

The 2001 Italian expatriate vote: Was it worth it? A view from the Africa-Asia-Oceania-Antarctica college

Bern u. a.: Peter Lang 2013; XV, 152 S.; pb., 49,- €; ISBN 978-3-0343-1427-5
Die Autor_innen untersuchen die Auswirkungen des seit 2001 in Italien geltenden „expatriate vote“. Damit wird den circa 4,3 Millionen im Ausland lebenden Italienern mit italienischem Pass und den weltweit insgesamt circa 60 Millionen Menschen italienischer Abstammung (ius sanguinis) gemäß Gesetz Nr. 459 ermöglicht, an Wahlen zum italienischen Parlament teilzunehmen. Auffällig ist dabei die Diskrepanz zwischen dem Wahlverhalten der in Italien lebenden Wähler und der zahlenmäßig etwa gleich großen Gruppe von Wahlberechtigten, die im Ausland leben. Ausgewählte Fokusgruppen in Australien mit insgesamt 32 Teilnehmer_innen – in Sydney, Canberra und Melbourne – dienen beispielhaft als empirischer Untersuchungsgegenstand der Studie. Besonders überraschend erscheint dabei für die Autor_innen der Befund, dass die im Ausland lebenden Wahlberechtigten weitaus weniger konservativ eingestellt sind, als das vorher vermutet worden war. So habe etwa in den Wahlen des Jahres 2006, in denen das von Romano Prodi geführte ULIVO‑Bündnis eine knappe Mehrheit vor Silvio Berlusconis Forza Italia erringen konnte, das Wahlverhalten im Zusammenhang mit dem expatriate vote den Ausschlag gegeben. Ob es allerdings diese Rolle als „game changer“ wird behalten können, bleibt fraglich. Mittel‑ bis langfristig sehen die Autor_innen die Zeit für eine Reform gekommen: „The evidence from this study is that the electorate believed it would be given a voice that would be heared and is frustrated that this is not what happened.“ (132) Weder Umsetzung noch Anwendung des Wahlprivilegiums der italienischen Diaspora seien gelungen. Wohin allerdings der Weg führen wird – ob also nur eine Änderung oder aber eine Abschaffung des „expatriate vote“ ansteht – darüber darf weiterhin spekuliert werden.
Matthias Lemke (LEM)
Dr. phil., Politikwissenschaftler (Soziologe, Historiker), wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.612.22 Empfohlene Zitierweise: Matthias Lemke, Rezension zu: Bruno Mascitelli / Rory Steele / Simone Battiston: The 2001 Italian expatriate vote: Was it worth it? Bern u. a.: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36951-the-2001-italian-expatriate-vote-was-it-worth-it_45022, veröffentlicht am 10.04.2014. Buch-Nr.: 45022 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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