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Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt

Claus Köhler

Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt

Berlin: Duncker & Humblot 2013 (Volkswirtschaftliche Schriften 564); 127 S.; 49,90 €; ISBN 978-3-428-14181-4
Die Wirtschaft hat nach Meinung des Volkswirts Claus Köhler zur Kenntnis genommen, dass „die Welt zu einem ‚globalen Dorf‘“ (13) zusammengeschrumpft ist. Während Vertreter der Wirtschaft global handelten, verharre die Wirtschaftspolitik dagegen noch weitgehend in nationalen Grenzen. Grenzüberschreitende wirtschaftliche Aktivitäten der Unternehmen und nationale Wirtschaftspolitik bildeten Gegensätze, die langfristig keinen Bestand haben werden. Daher plädiert er dafür, dass sich die Wirtschafts‑ und Währungspolitik globalisiert und wirtschaftspolitische Maßnahmen grenzüberschreitend koordiniert werden. Dabei gelte es, die folgenden drei wirtschaftspolitischen Ziele zu verfolgen: Die Vollbeschäftigung und die Preisstabilität zu sichern sei von zentraler Bedeutung, da Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen nicht nur die Existenz der Menschen beeinträchtigten, sondern auch zu politischen Problemen führten. Einen freien globalen Leistungs‑ und Kapitalverkehr sicherzustellen hält er angesichts der Globalisierung ebenfalls für notwendig. Köhler stellt sich idealerweise vor, dass weder Zölle noch administrative Beschränkungen den globalen Wirtschaftsaustausch beeinträchtigen. „Wenn schon nicht eine einheitliche globale Währung, so würden doch zumindest handelsneutrale Wechselkurse auch einen unbehinderten globalen Kapitalverkehr ermöglichen. Annähernd einheitliche wirtschaftliche Verhältnisse in den Ländern wären wünschenswert.“ (116) Gegenwärtig sei die Welt von solchen Rahmenbedingungen noch weit entfernt. Eine Transformation des Systems sei nur in einem langen Prozess möglich und könne dadurch erreicht werden, dass in allen Erdteilen regionale Integrationsräume errichtet werden. Hierbei sei zwischen drei Formen von regionaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit zu unterscheiden: Freihandelszonen, Zollunionen sowie Wirtschafts‑ und Währungsunionen. Sie seien die ersten Schritte in Richtung eines Übergangs zu globalen Regelungen. Nach Ansicht Köhlers, der im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit unter anderem Mitglied des Direktoriums und Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank war, schließen sich heute bereits immer mehr Länder zu Integrationsräumen zusammen – er nennt hier einige Beispiele, wie etwa in Nordamerika die NAFTA oder in Asien die ASEAN. Langfristig brauchen wir, so der Autor, „einen globalen, nach einheitlichen Regeln funktionierenden Markt“ – Integrationsräume sind da ein „Zwischenschritt“ (123).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 4.43 | 2.61 | 2.64 | 3.5 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Claus Köhler: Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt Berlin: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36843-wirtschaftspolitische-ziele-in-der-globalen-welt_44870, veröffentlicht am 13.03.2014. Buch-Nr.: 44870 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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