Portal für Politikwissenschaft

Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels

Gareth Stedman Jones

Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Einführung, Text, Kommentar. Aus dem Englischen von Catherine Davies

München: C. H. Beck 2012 (Beck'sche Reihe 6068); 319 S.; 14,95 €; ISBN 978-3-406-63883-1
Gehört das 1848 erschienene „Kommunistische Manifest“ zu den Klassikern der politischen Ideengeschichte wie Platons „Politeia“, Machiavellis „Der Fürst“, Hobbes „Leviathan“ oder Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“? Für Gareth Stedman Jones, der Ideengeschichte an der Londoner Queen Mary University lehrt, lautet die Antwort eindeutig ja. Zur Begründung verweist er auf zwei Argumente. Erstens dürfte die sozialhistorische Bedeutung dieses Gründungsdokumentes der weltweiten Arbeiterbewegung unstrittig sein. Zweitens war Marx der erste, der die radikale Dynamik kapitalistischer Vergesellschaftung systematisch erfasst hat. Gerade das „Kommunistische Manifest“ zeichnete 1848 „eine Sicht der Wirklichkeit, die heute, am Anfang des neuen Jahrtausends und angesichts endloser Diskussionen über Globalisierung und Deregulierung ebenso zeitgenössisch und überzeugend wirkt“ (14). Es sind gerade diese beiden Momente des Manifestes – die politische Stoßrichtung mit der Vision einer gesellschaftlichen Assoziation jenseits von Staat und Klassen einerseits und die zeitdiagnostische Modernität der Gesellschaftsanalyse andererseits –, die Stedman Jones motiviert haben, die „lange und komplizierte“ (17) Entstehungsgeschichte dieses Textes zu erzählen. Sehr verständlich geschrieben umreißt er den sozialgeschichtlichen Kontext der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und stellt ausführlich Bezüge zu den relevanten ideengeschichtlichen Strömungen her. Dazu gehören ebenso die Rolle des Bundes der Kommunisten und die Rezeption der zeitgenössischen politischen Ökonomie wie die Einflüsse der Junghegelianer und der unterschiedlichen Strömungen sozialistischen Denkens in Deutschland und Frankreich. Der mit umfangreichen Kommentaren versehene Text des Manifestes folgt der letzten von Engels besorgten Ausgabe von 1890.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Gareth Stedman Jones: Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. München: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36159-das-kommunistische-manifest-von-karl-marx-und-friedrich-engels_43013, veröffentlicht am 12.09.2013. Buch-Nr.: 43013 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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