Portal für Politikwissenschaft

Kosmopolitische Zivilgesellschaft

Elisabeth Conradi

Kosmopolitische Zivilgesellschaft. Inklusion durch gelingendes Handeln

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2011; 318 S.; kart., 24,90 €; ISBN 978-3-593-39509-8
Habilitationsschrift Göttingen; Begutachtung: W. Reese-Schäfer, G. Frankenberg, H. Steinfath, B. Sauer. – Conradi entwickelt eine normative Theorie gesellschaftlicher Transformation durch zivilgesellschaftliches Handeln. Ihr Ausgangspunkt liegt in der „Zusammenführung von Theorieansätzen drei verschiedener Denktraditionen, die bislang unverbunden waren: die Idee des Kosmopolitismus, das Wirken der Zivilgesellschaft und der Begriff der Praxis.“ (25) Ihr Ziel besteht darin, in der Synthese ein präziseres Verständnis aller drei Traditionen und deren Zusammenwirken zu entwickeln. Kosmopolitismus ist für sie vor allem im zivilgesellschaftlichen Bereich angesiedelt. Es gehe nicht darum, eine allumfassende Weltföderation zu schaffen, aber auch nicht lediglich um die ethische Haltung des Individuums. Die Zivilgesellschaft definiert Conradi in Anlehnung an Hannah Arendt als das gemeinschaftliche und öffentliche Handeln sozialer Gruppen. Die gelingende Praxis schließlich bezeichnet ein zivilgesellschaftliches Handeln, das in der Lage ist, ein Mehr an Inklusion zu erreichen. Beispiele für gelingende Praxis findet die Autorin vor allem in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung; ihr eigentliches Augenmerk liegt aber nicht in der Vergangenheit, sondern in der europäischen Gegenwart und Zukunft. Für diese Gegenwart und Zukunft wünscht sie eine immer weitere Inklusion immer neuer Gesellschaftsgruppen und eine fortschreitende Reduzierung von Diskriminierung. Nicht auf Gesetzgebung oder administratives Handeln zu warten ist das Ziel, sondern gesellschaftlichen Wandel aus der Gesellschaft selbst heraus anzuregen: „der innergesellschaftliche Wandel bewirkt eine weltbürgerliche Inklusion, so dass die ‚Sorge um die Welt’ zu einer Sorge um die Weltbevölkerung innerhalb der eigenen Gesellschaft wird und zugleich eine Welt entsteht, in der Achtung und Anerkennung zwischen den Menschen zunehmen.“ (295)
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.23 | 2.64 | 5.42 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Elisabeth Conradi: Kosmopolitische Zivilgesellschaft. Frankfurt a. M./New York: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/34482-kosmopolitische-zivilgesellschaft_41415, veröffentlicht am 26.04.2012. Buch-Nr.: 41415 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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