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U. S. Democracy Promotion – The Case of Cuba

David Seaman

U. S. Democracy Promotion – The Case of Cuba

Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress Ltd. 2010 (Political Sciences); 110 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-940755-48-3
Magisterarbeit Osnabrück; Begutachtung: R. Czada, R. Kleinfeld. – Offiziell verkündete die Bush-Regierung, dass sie Demokratie und Freiheit in der Welt fördern wolle, doch vielfach duldete sie in autoritären Staaten die Beibehaltung undemokratischer Praktiken. Im Falle Kubas forderten die USA jedoch vehement eine demokratische Transformation. Seaman deckt die proklamierten Ziele sowie die damit verknüpften Annahmen der US-amerikanischen Politik gegenüber Kuba auf, verbindet sie mit der tatsächlich verfolgten Politik und bewertet abschließend die Kongruenz zwischen Strategie und Politik. Hierfür beleuchtet Seaman in Kapitel 3 das von den Vereinigten Staaten eingeführte Wirtschaftsembargo und bezeichnet es als ein maßgebendes Mittel, um das autoritär regierte Kuba ökonomisch zu destabilisieren und schließlich kollabieren zu lassen. Diese Top-Down-Strategie setzt er in Kapitel 4 mit den tatsächlichen politischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Sanktionen in Beziehung und diskutiert deren Bedeutung für einen Wandel Kubas in Richtung Demokratie. Darüber hinaus widmet sich Seaman in Kapitel 5 dem theoretischen Zusammenhang von Zivilgesellschaft und Demokratisierung (Bottom-Up-Strategie), um darauf aufbauend in Kapitel 6 die von den USA unterstützten Programme zur Stärkung der Zivilgesellschaft zu bewerten. Der Autor stellt im Zuge seiner Analyse fest, dass die ausschließlich auf ökonomischen Maßnahmen beruhende Top-Down-Strategie der USA nicht vorrangig zur Delegitimierung oder gar zum politischen Kollaps des autoritären Regimes führte, sondern einzig die wirtschaftliche Lage der kubanischen Bevölkerung verschlechterte. Auch die versuchte Stärkung der Zivilgesellschaft (Bottom-Up-Strategie) führte zu keiner demokratischen Transformation, vielmehr verschlechterten die von außen herbeigeführten Anstrengungen das zivilgesellschaftliche Klima in Kuba. Aus diesen Gründen bezeichnet der Autor die gegenüber Kuba verfolgten Ziele der Bush-Regierung als Dummheit („folly“ [94]).
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.22 | 2.64 | 2.65 | 2.2 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: David Seaman: U. S. Democracy Promotion – The Case of Cuba Opladen/Farmington Hills: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/34351-u-s-democracy-promotion--the-case-of-cuba_41233, veröffentlicht am 13.12.2012. Buch-Nr.: 41233 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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