Portal für Politikwissenschaft

Die Dramaturgie demokratischer Imperien

Floris Biskamp

Die Dramaturgie demokratischer Imperien. Über das Verhältnis von Imperialität und Demokratie in der Debatte um das American Empire

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2010 (Politische Kulturforschung 4); 157 S. ; 27,80 €; ISBN 978-3-631-59026-3
Als letzte verbliebene Weltmacht haben die Vereinigten Staaten von Amerika vielfältige Machtinteressen, die sie auch deutlich zur Geltung bringen. Diese Ausweitung der Republik zu einem umfassenden Imperium stellt einen Zustand dar, der in dieser Form von den Gründungsvätern nicht vorausgesehen werden konnte. So ergibt sich die Frage, wie sich die Imperialität mit dem demokratischen Grundsatz des politischen Systems vereinbaren lässt. Kann Demokratie durch ein Imperium verbreitet werden? Kann sie überhaupt das funktionierende Gerüst eines Imperiums bilden? Diese Problematiken sind, mit besonderem Blickwinkel auf die USA, Gegenstand der Untersuchung des Politikwissenschaftlers Biskamp. Im ersten Abschnitt beleuchtet er die These, Demokratie sei dem Aufbau eines Imperiums dienlich. Es folgt eine Diskussion, inwieweit Imperien zur Verbreitung von Demokratie beitragen. Im dritten Kapitel werden Mechanismen aufgezeigt, wonach demokratische Elemente imperiale Politik be‑ oder gar verhindert. Der vierte Abschnitt ist der These gewidmet, dass die stetige Expansion eines Imperiums sich letztlich gegen den ursprünglichen Kern seines Zentrums richtet und somit eine Gefährdung des demokratischen Systems darstellt. Diese vier Punkte versucht der Autor im fünften Kapitel unter Anwendung des imperiumstheoretischen Zyklenmodells von Herfried Münkler zusammenzuführen. Dabei sieht Biskamp die Vereinigten Staaten derzeit auf dem Weg in eine Konsolidierungsphase. Seiner Meinung nach zeigt sich in der momentanen militärischen und ökonomischen Krise durch die Wahl Barack Obamas ein Übergang, der diese beiden Schwerpunkte gegen eine stärkere Betonung von Politik und Ideologie austauscht. Somit ist die Krise des amerikanischen Imperiums durchaus zu konstatieren, dies bedeutet nach Biskamp aber noch lange nicht sein geschichtliches Ende. Ob jedoch den USA eine Krisenbewältigung gelingen wird, kann auch aus seiner Perspektive seriös nicht prognostiziert werden.
Arne Arps (AA)
M. A., Doktorand der Politikwissenschaft, Universität Vechta.
Rubrizierung: 4.12.644.222.25.41 Empfohlene Zitierweise: Arne Arps, Rezension zu: Floris Biskamp : Die Dramaturgie demokratischer Imperien. Frankfurt a. M. u. a.: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32367-die-dramaturgie-demokratischer-imperien_38621, veröffentlicht am 09.06.2010. Buch-Nr.: 38621 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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