Portal für Politikwissenschaft

Die Zentralasienstrategie der EU

Mahabat Sadyrbek

Die Zentralasienstrategie der EU. Neues "Great Game" oder neue Chance für die Region?

Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2009 (Schriften zur Europapolitik 10); XI, 213 S.; 78,- €; ISBN 978-3-8300-4334-8
Masterarbeit European Studies Hannover; Gutachterinnen: I. Katenhusen, C. Lemke. – Die 2007 beschlossene Strategie für eine Partnerschaft zwischen der EU und Zentralasien steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Der wirtschaftliche und politische Transformationsprozess erweise sich in der Region zwar als schwierig, die ökonomische Entwicklung sei zum Teil desaströs und die politische Lage aufgrund der autokratischen und semiautokratischen Machthaber problematisch, schreibt Sadyrbek. Dennoch würden die zentralasiatischen Länder, dazu zählen die Republiken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, aufgrund ihrer Rohstoffvorkommen und ihrer geostrategisch günstigen Lage an Bedeutung gewinnen, sodass das Gebiet zum „‚Drehkreuz der Großmächte des 21. Jahrhunderts’“ (5) geworden sei. Russland, die USA und China kämpften dort um Macht und Einfluss sowie Ressourcensicherung. Welche Rolle nimmt die EU in diesem Kontext ein? Auch sie habe ein ausgeprägtes Interesse an einer vertieften Partnerschaft mit den Staaten, messe ihnen im Rahmen ihrer erweiterten „Ostinitiativen“ besondere Bedeutung bei und biete ihnen zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten an, erläutert die Autorin. Die Zentralasienstrategie sei zwar „ein neuer Anfang“ in den europäisch-zentralasiatischen Beziehungen, symbolisiere jedoch „den Willen und das Potenzial der EU, als internationaler Akteur über den europäischen Kontinent hinaus mit neuen Ansätzen in den politisch schwierigen Regionen des Globus zu agieren“ (182). In Abgrenzung zu russischen, US-amerikanischen und chinesischen Politikmustern arbeitet Sadyrbek für die EU ein eigenständiges Profil des politischen Engagements in der Region heraus. Die EU sollte ihren Blickpunkt vom Energie- zum Menschenrechtsdialog verlagern, die Teilnahme der Zivilgesellschaft, der NGOs, von Journalisten und Akademikern sowie lokalen Verwaltungen sei notwendig. Die Förderung der ökonomischen Entfaltung der Region, auch auf neuen, von anderen Akteuren noch nicht besetzten Gebieten müsse betrieben werden, damit sie zu neuen Partnern werden können.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.6 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Mahabat Sadyrbek: Die Zentralasienstrategie der EU. Hamburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31053-die-zentralasienstrategie-der-eu_36922, veröffentlicht am 01.12.2009. Buch-Nr.: 36922 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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