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Demokratisierung in Südosteuropa und den Andenländern

Daniel Kerscher

Demokratisierung in Südosteuropa und den Andenländern. Die Fragilität des Verfassungs- und Rechtsstaates in Albanien, Bulgarien, Ecuador, Peru, Rumänien und Venezuela

Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2009 (Demokratie und Demokratisierungsprozesse 5); 447 S.; 98,- €; ISBN 978-3-8300-4285-3
Politikwiss. Diss. Regensburg; Gutachter: J. Maćków, M. Sebaldt. – „In der politologischen Forschung herrscht mehrheitlich die Ansicht vor, dass die günstigen Voraussetzungen einer Re-Demokratisierung den Erfolg der Demokratie sicherstellen. Deshalb überrascht der Erfolg der südosteuropäischen Demokratisierung im Vergleich zur Demokratisierung der Andenstaaten umso mehr“ (17). Der Autor erklärt sich diesen Befund dadurch, dass sich die Forschung im Bereich der Demokratisierungsprozesse meistens auf eine Region konzentriert und interregionale Vergleiche kaum durchgeführt werden. Die aus dieser Praxis resultierende Forschungslücke möchte er jetzt füllen. In seinem interregionalen Vergleich behandelt er jeweils drei Länder. Diese haben gemeinsam, dass sie über Jahrhunderte an der Grenze zweier Imperien lagen und sich während der Fremdherrschaft Korruption und Klientelismus tief in den Gesellschaften verankern konnten, weshalb diese der Politik auch heute noch ablehnend gegenüberstehen. Der Autor analysiert, warum beim Systemwechsel in den Andenländern Pakte zwischen Militärführungen und zivilen Regierungen geschlossen wurden, während in Südosteuropa „Coups“ (23) der alten Eliten die Staatsoberhäupter beseitigten. Kerscher schreibt diesen Eliten denn auch innerhalb der Transformationsprozesse eine bedeutende Rolle zu, da die wichtigsten politischen Entscheidungen unabhängig von der Mobilisierung der Massen immer noch von den Eliten getroffen würden. Am Beispiel der Länder Albanien, Bulgarien und Rumänien zeige sich, dass der Aufbau des Verfassungs- und Rechtsstaates und damit eine langfristige Demokratisierung auch unter schwierigen Ausgangsbedingungen möglich sei, während Ecuador, Peru und Venezuela den Erfolg ihrer Demokratisierung trotz der besseren Ausgangsbedingungen erst noch unter Beweis stellen müssten.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 2.61 | 2.65 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Daniel Kerscher: Demokratisierung in Südosteuropa und den Andenländern. Hamburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31047-demokratisierung-in-suedosteuropa-und-den-andenlaendern_36908, veröffentlicht am 13.10.2009. Buch-Nr.: 36908 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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