Portal für Politikwissenschaft

Medienmix in der Bürgerbeteiligung

Herbert Kubicek / Barbara Lippa / Hilmar Westholm

Medienmix in der Bürgerbeteiligung. Die Integration von Online-Elementen in Beteiligungsverfahren auf lokaler Ebene

Berlin: edition sigma 2009 (Modernisierung des öffentlichen Sektors 33); 275 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-8360-7283-0
Im Zuge der Etablierung des Internets im Alltag der Bürger wird auch diskutiert, inwieweit die neuen Kommunikationsmöglichkeiten für Bürgerbeteiligungsverfahren genutzt werden können. Dabei ergänzen die neuen Medien die traditionellen Kommunikationsformen, sodass sich in kommunikativer Hinsicht von einem Medienmix sprechen lässt. In dieser Studie geht es darum, „in einer Reihe ausgewählter konkreter Projekte der Bürgerbeteiligung den Medienmix zu finden und einzusetzen, der die größten Erfolge erwarten lässt“ (17). Dabei gehen die Autoren davon aus, dass der optimale Medienmix hauptsächlich von drei Parametern abhängt: Beteiligungsverfahren, Thema und Zielgruppe. Der Auswertung liegen fünf Partizipationsprojekte aus Bremen und Niedersachsen zugrunde, an denen die Forscher im Sinne der Aktionsforschung beteiligt waren. Sechs weitere Fallbeispiele wurden heranzogen, um die inhaltliche Variationsbreite zu vergrößern. Es handelt sich dabei um ein exploratives Vorgehen, sodass „erfahrungsgestützte Differenzierungen und empirisch gestützte Hypothesen gewonnen werden, die als Erkenntnisfortschritt zu bewerten sind, aber noch keine ausreichende Basis für die wissenschaftlich fundierte Herleitung von Handlungsempfehlungen oder Erfolgsprognosen bildet“ (24). Immerhin identifizieren die Autoren drei Erfolgsfaktoren hinsichtlich der E-Partizipation. Erstens sollte das Internet genutzt werden, um ein Höchstmaß an Transparenz des Verfahrens sicherzustellen. Zweitens sollte die Einbindung des Bürgerbeteiligungsprojekts in den politischen Prozess nachvollziehbar vermittelt werden, um somit eine Responsivität zu fördern. Drittens sollten auch zeitlich kurze und wenig komplexe Online-Beteiligungsformen integriert werden, um einen möglichst breiten Adressatenkreis zu erreichen. Auch wenn manche Frage in der Untersuchung offenbleibt, ist es eine lesenswerte Publikation, weil sie einerseits Erkenntnisse über ein neues Forschungsgebiet enthält und einen interessanten Einblick in die Praxis der Aktionsforschung bietet.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Herbert Kubicek / Barbara Lippa / Hilmar Westholm: Medienmix in der Bürgerbeteiligung. Berlin: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30984-medienmix-in-der-buergerbeteiligung_36823, veröffentlicht am 21.10.2009. Buch-Nr.: 36823 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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