Portal für Politikwissenschaft

Soziale Sicherung, informeller Sektor und das Potenzial von Kleinstversicherungen

Markus Loewe

Soziale Sicherung, informeller Sektor und das Potenzial von Kleinstversicherungen

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009 (Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik 4); 221 S.; brosch., 44,- €; ISBN 978-3-8329-4017-1
Wirtschaftswiss. Diss. Heidelberg; Gutachter: O. Gans. – Die Förderung der sozialen Sicherung stellt in der Entwicklungszusammenarbeit einen wichtigen Baustein zur Armutsbekämpfung dar. Da Entwicklungsökonomien durch eine starke Dominanz des informellen Sektors geprägt sind, ist dieser Ansatz mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Mehrzahl der Beschäftigten im informellen Sektor erzielt ein geringes Erwerbseinkommen, verfügt nur über eingeschränkte Möglichkeiten der sozialen Sicherung und weist eine überdurchschnittlich hohe Risikoverletzbarkeit auf. Der Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, untersucht die Zusammenhänge zwischen Informalität, Armut und sozialer Unsicherheit und zeigt die Probleme und Bedarfe der im informellen Sektor Beschäftigten beim Umgang mit Risiken auf. Da der informelle Sektor entgegen früherer Annahmen kein vorübergehendes Phänomen ist, sich nicht einfach formalisieren lässt und zudem eine wichtige Bedeutung für die Gesamtwirtschaft eines Landes einnimmt, müssen Konzepte zur Verbesserung der sozialen Sicherheit auf die speziellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der dort Beschäftigten zugeschnitten sein. Ein in den vergangenen Jahren aus der entwicklungspolitischen Praxis heraus entstandenes Konzept sind die sogenannten Kleinstversicherungen, die sich durch niedrige Beitragssätze und flexible Konditionen auszeichnen. Loewe stellt die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen dieses Instruments der sozialen Sicherung dar und fragt nach dem entwicklungspolitischen Potenzial von Kleinstversicherungssystemen. Hierfür geht er auf verschiedene Trägerinstitutionen, Organisationsmodelle und Produktpaletten ein, arbeitet eine Reihe von Erfolgsfaktoren heraus und zeigt die Leistungsgrenzen des Kleinstversicherungssystems. Es handelt sich um eine reine Literaturstudie, in der die wesentlichen Erkenntnisse zum Thema informeller Sektor und soziale Sicherung zusammengetragen und für die entwicklungspolitische Praxis aufbereitet wurden.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.262 | 4.44 | 2.65 | 2.67 | 2.68 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Markus Loewe: Soziale Sicherung, informeller Sektor und das Potenzial von Kleinstversicherungen Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30823-soziale-sicherung-informeller-sektor-und-das-potenzial-von-kleinstversicherungen_36626, veröffentlicht am 05.08.2009. Buch-Nr.: 36626 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

Suchen...