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Energieeffizienzpolitik in Deutschland und Südkorea

Yeon-Mi Jung

Energieeffizienzpolitik in Deutschland und Südkorea. Kraft-Wärme-Kopplung im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Energiewirtschaft

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009 (VS Research: Energiepolitik und Klimaschutz); 293 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 978-3-531-16536-3
Diss. FU Berlin. – Der Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) gilt sowohl für die Steigerung der Energieeffizienz als auch für die Senkung von CO2-Emissionen als erfolgversprechende Maßnahme. Die Autorin erforscht die KWK-Förderungspolitik in Deutschland und Südkorea unter vier Gesichtspunkten: Erstens untersucht sie, wie sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen seit 1998 verändert haben – in beiden Ländern hatte es in diesem Jahr einen Regierungswechsel gegeben und es kam zur Liberalisierung des Stromsektors. Zweitens analysiert sie, welche Akteure an der Formulierung der KWK-Politik mitgewirkt haben und wie sich die Interaktionen zwischen Staat und Energiewirtschaft konkret gestalteten. Schließlich fragt sie nach den politischen Motivationen für die Förderung von KWK entlang der Zielkonflikte zwischen Energieversorgungssicherheit einerseits und Umweltverträglichkeit andererseits und danach, welcher Politikstil bei der KWK-Politik verfolgt wurde. Während in Südkorea die Frage der KWK-Förderung in erster Linie aus der Perspektive der Wirtschaftlichkeit betrachtet und zudem kaum als politisches Thema bearbeitet wurde, diskutierte man sie in Deutschland unter Klimaschutzaspekten und verhandelte sie parlamentarisch als Konflikt zwischen ökologischen und ökonomischen Interessen. Zwar haben sich die Rahmenbedingungen sowie die Muster der Konfliktlösung in beiden Ländern angenähert, doch insgesamt war die „Ausgestaltung der Fördermaßnahmen nicht nur von jeweiligen Problemlagen, sondern ganz wesentlich von der Pfadabhängigkeit der Energiepolitik sowie der Handlungsfähigkeit der Akteure“ (271) abhängig. Jung hat die Arbeit nicht als parallel vergleichende Untersuchung angelegt, sondern formuliert am Ende Lehren und Schlussfolgerungen für Südkorea, die auf eine stärkere Berücksichtigung der klimapolitischen Dimension der KWK-Förderung zielen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.261 | 2.68 | 2.341 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Yeon-Mi Jung: Energieeffizienzpolitik in Deutschland und Südkorea. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30467-energieeffizienzpolitik-in-deutschland-und-suedkorea_36175, veröffentlicht am 05.05.2009. Buch-Nr.: 36175 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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