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Rückerstattung der Nazi-Beute

Thomas Armbruster

Rückerstattung der Nazi-Beute. Die Suche, Bergung und Restitution von Kulturgütern durch die westlichen Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg

Berlin: De Gruyter Recht 2008 (Schriften zum Kulturgüterschutz); XXIV, 607 S.; 119,95 €; ISBN 978-3-89949-542-3
Rechtswiss. Diss. Hamburg; Gutachter: K. Siehr. – Über sechzig Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges sind immer noch zahlreiche rechtliche Fragen in Bezug auf den Umgang mit Raubkunstwerken und einem wirksamen Kulturgüterschutz ungeklärt. Die riesigen Verlagerungen, Beschlagnahmungen und der Kulturraub in ganz Europa und insbesondere in den vom Deutschen Reich während des Zweiten Weltkrieges besetzten Gebieten stellten die alliierten Siegermächte vor große Probleme. Armbruster beschreibt anhand einer Vielzahl von Archivalien die tatsächlichen und rechtlichen Vorgänge bezüglich der Rückerstattung durch die westlichen Alliierten. Dabei differenziert er zwischen äußerer Restitution als Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung im Unterschied zur inneren Restitution, also der Rückerstattung feststellbarer Vermögensgegenstände an Personen, die aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Weltanschauung oder politischen Gegnerschaft gegen den Nationalsozialismus entzogen worden sind. Im ersten Teil wird der Frage nachgegangen, wie die Sicherstellung und Aufbewahrung von Kulturgütern in den von den westlichen Alliierten besetzten Zonen erfolgte, welche Truppen daran beteiligt waren und inwieweit es spezielle Aufträge der westlichen Regierungen gab, Kulturgüter als Beute in die Siegerstaaten abzuführen. Der zweite Teil ist den Rückerstattungen aus den westlichen Besatzungszonen an die ehemaligen besetzten Staaten, den Rückerstattungen an die vom Naziregime verfolgten Personen und den diesbezüglichen rechtlichen Fragen gewidmet. Es werden die verschiedenen Bemühungen um eine einheitliche Restitutionspraxis erläutert und die Verhandlungen, Verträge und deren rechtliche Wirkungen gewertet. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Londoner Erklärung vom 5. Januar 1943 als Ausgangspunkt für die Restitutionsgesetze und -verordnungen der einzelnen Besatzungsmächte wie auch des Alliierten Kontrollrates.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 4.1 | 4.22 | 2.312 | 2.313 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Thomas Armbruster: Rückerstattung der Nazi-Beute. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30355-rueckerstattung-der-nazi-beute_36026, veröffentlicht am 17.03.2009. Buch-Nr.: 36026 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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