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Ressourcenschutz für unseren Planeten

Michael Angrick

Ressourcenschutz für unseren Planeten

Marburg: Metropolis-Verlag 2008 (Ökologie und Wirtschaftsforschung 79); 124 S.; 12,80 €; ISBN 978-3-89518-683-7
Der „Konsumismus, also das Anhäufen von Gütern als Substitut für Sinn, ist heute der größte Feind des Umweltschutzes“ (44), daher müsse ein umweltgerechter Lebensstil entwickelt werden, fordert Angrick, Chemiker und Abteilungsleiter im Umweltbundesamt. Bestehende Produktions- und Konsummuster, die in der Illusion der Unendlichkeit von Energie und Rohstoffen entstanden sind, sollten verändert werden. Die „radikale Abkehr von der gängigen Wachstumsideologie und eine Hinwendung zu einer an Suffizienz orientierten Wirtschaft“ (21) hält der Autor für geboten. Eine Voraussetzung hierfür sei die „gesellschaftliche Gerechtigkeit“ (45), die etwa durch ein Grundeinkommen für alle realisiert werden könnte. Die ökologische und die soziale Frage ließen sich so miteinander koppeln. Detailliert werden die einzelnen Elemente einer Ressourcenschutzpolitik in den unterschiedlichen Bereichen des Wirtschaftens entwickelt. Für den des Bauens und Wohnens gelte es etwa die weitere Zersiedelung der Landschaft zu verhindern und Neuansiedlungen verstärkt innerhalb der Siedlungskerne zu vollziehen. Von zentraler Bedeutung sei die Realisierung der kohlenstofffreien Energiewirtschaft, von klimafreundlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden sowie Infrastrukturen. Darüber hinaus schlägt Angrick die Einführung einer globalen Steuer auf die Verwendung fossiler Energieträger und nicht erneuerbarer Rohstoffe vor, die von einer internationalen Agentur erhoben und budgetiert werden sollte. So ließe sich nicht nur eine Verknüpfung zwischen dem Ressourceneinsatz und einsatzbedingten Umweltschäden herstellen (Stichwort: globales Verursacherprinzip), sondern auch ein Nettotransfer von Nord nach Süd erzielen. Derzeit konzentriere sich die Umweltpolitik in der Bundesrepublik zu stark auf das Klimaproblem, Ressourcen- und Klimaschutz sollten aber Hand in Hand gehen. Wer fundierte Vorschläge sucht, wie eine sozial gerechte Umweltpolitik angesichts schwindender Ressourcen aussehen könnte, dem sei dieser Essay wärmstens empfohlen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.45 | 4.43 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Michael Angrick: Ressourcenschutz für unseren Planeten Marburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29758-ressourcenschutz-fuer-unseren-planeten_35243, veröffentlicht am 10.02.2009. Buch-Nr.: 35243 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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