Portal für Politikwissenschaft

Bürgerbeteiligung durch lokale Bürgerpanels

Helmut Klages / Carmen Daramus / Kai Masser

Bürgerbeteiligung durch lokale Bürgerpanels. Theorie und Praxis eines Instruments breitenwirksamer kommunaler Partizipation

Berlin: edition sigma 2008 (Modernisierung des öffentlichen Sektors); 111 S.; 8,90 €; ISBN 978-3-8360-7232-8
Betrachtet man die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland, so gelangt man zu einem positiven Gesamtbild, das auf eine stark gemeinwohlorientierte und politisch interessierte Bürgerschaft schließen lässt. Allerdings ist das Engagement auf die Bereiche Sport, Freizeit, Kultur und Soziales konzentriert, während der Bereich der lokalen Bürgerbeteiligung besonders schwach besetzt ist. Die Autoren wenden sich gegen die weit verbreitete „resignative Deutung“ (19) dieses Defizits politischer Beteiligung und gehen stattdessen davon aus, dass es „ein sehr großes latentes Beteiligungspotenzial gibt, das unter den gegebenen Bedingungen nicht zur ‚Aktualisierung’ gelangen kann“ (21). Die Gründe hierfür sehen die Autoren weniger in einer zu geringen Nachfrage, sondern im mangelnden Angebot an Beteilungsmöglichkeiten. Zusätzlich würden der Widerstand kommunaler Mandatsträger sowie eine unzureichende Beschaffenheit vorhandener Beteiligungsinstrumente die Attraktivität politischer Beteiligung beeinträchtigen. Im Rahmen eines mehrjährigen Projektes am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FöV) in Speyer haben die Autoren die in Großbritannien seit Längerem erfolgreich praktizierte Beteiligungsform des Cititzen’s Panel aufgegriffen und auf dieser Grundlage das „Speyerer Konzept eines ‚Bürgerpanels’“ (66) entwickelt, in der Praxis erprobt und evaluiert. Dabei handelt es sich um wiederkehrende Bürgerbefragungen. Der Verlauf und die Ergebnisse des Projektes werden in diesem Band vorgestellt. Im Ergebnis erfüllt das Bürgerpanel als Instrument einer dialogorientierten Bürgerbeteiligung drei zentrale Bedingungen: Es kann repräsentativ, mit prinzipieller Offenheit für alle Bürger und niederschwellig ausgerichtet sein. Als wichtige Projekterfahrung stellen die Autoren eine „gute Beteiligung“, eine „hohe[...] Motivationswirkung“ sowie einen geringen „organisatorischen Aufwand für die Kommune“ (77) fest.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Helmut Klages / Carmen Daramus / Kai Masser: Bürgerbeteiligung durch lokale Bürgerpanels. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/29719-buergerbeteiligung-durch-lokale-buergerpanels_35195, veröffentlicht am 17.11.2008. Buch-Nr.: 35195 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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